Designkenner, Querdenker​, Strippenzieher, Infragesteller, Markenstratege

Welche Soundpräferenzen werden die Menschen in der nahen Zukunft haben?

Oliver Berger: Virtual Reality ist das technologische Schlagwort unserer Zeit schlechthin. Zurzeit werden atemberaubende Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir in naher Zukunft Inhalte hyperrealistisch wahrnehmen können. Immersives, also ganzheitliches Wahrnehmen bedingt das Stimulieren aller Sinne, insbesondere das Hören. Musik, Stimmen und Geräusche werden in naher Zukunft noch dreidimensionaler und räumlich höchstpräzise zu verorten sein und mit anderen VR-Technologien ein neuartiges, hochemotionales Gesamterlebnis garantieren, ganz im Sinne der natürlichen Umgebung. Mit AMBEO hat Sennheiser eine Plattform geschaffen, mit welcher wir zukünftigen Soundpräferenzen entsprechend begegnen können.

Wie erschafft man aus Ihrer Sicht ein konsistentes, wiedererkennbares, differenzierendes und zukunftsorientiertes Erscheinungsbild, das die emotionale Begehrlichkeit der Marke und der Produkte zu steigern vermag?

Oliver Berger: Die Schwierigkeit versteckt sich implizit in der Frage. Zum Einen ist es als Marke essenziell, möglichst konsistent an allen Kundenberührungspunkten zu erscheinen, was in sich was Mechanisches hat und sich gut, beispielsweise in Manuals, überführen lässt. Dies betrachte ich als die hygienische, rationale und langfristige Ebene der Markenbildung. Demgegenüber steht das »Salz in der Suppe«, welches der Marke das gewisse Etwas – also Spannung und emotionale Begehrlichkeit – verleiht, jedoch nicht immer berechenbar ist, und je nach Zeitgeist auch mal anders dosiert werden muss. Moderne Markenführung zeichnet sich für mich dadurch aus, mit diesen zwei Kräften situativ gekonnt umzugehen.