Das Thema »What's Next« spricht neben den neuen Entwicklungen auch die kommenden Generationen von Gestaltern an. Angesichts des öfters thematisierten Umbruchs in der Design- und Kreativwirtschaft – was ist aus Ihrer Sicht die heutige Herausforderung an die jungen Designer?

Prof. Wilhelm Weber: Ich möchte zu der Feststellung in der Frage des angesprochenen »thematisierten Umbruchs« Folgendes ergänzen: Meiner Ansicht nach sind wir in einem ständigen Um-, Ab-, und Aufbruch. Dies ist ein Vorgang mit immer kürzer werdenden Intervallen und kein Vorgang mit einem lang angebahnten Wendepunkt. Junge Designer haben nun die Herausforderung, die zeitlichen Aspekte einer sich immer schneller ändernden Gesellschaft und damit Veränderung der Individuen, zu verstehen und folgend auf deren Bedürfnisse anzupassen - dazu gehört eine wichtige Komponente: das Handwerk.


Auszubildende Betriebe und Hochschulen haben hier den Auftrag, die Vielzahl der technischen Neuerungen und Fertigungsverfahren an junge Designer zu vermitteln. Vor diesem Hintergrund wird meiner Ansicht nach jedoch die Lehre für das alte Handwerk vernachlässigt. Die Herausforderung für junge Designer besteht nun darin, der Einfachheit der Bedienung der neuen Techniken nicht zu erliegen und damit die Anwendung ihre eigenen Kreativität zu verlernen.