„What we design designs us back“ sagte einmal Jason Silva ein bekannter Techno Futurist aus den USA. Design – das ist die Bot­schaft – nimmt großen Ein­fluss auf unser Da­sein und Zu­sam­men­leben. Der Ruf nach grund­legenden Ver­änderungen unserer planetaren Realität indes wird immer lauter. So weiter­­machen wie bisher geht nicht und wird uns un­weigerlich in die nächste Krise stürzen. Also ist gerade jetzt unsere Kreativität gefragter denn je. Was geht? Was kommt und was können wir besser machen. Wie können wir Design neu den­ken? Dazu präsentiert der DDCAST des Deutschen Designer Club jede Woche eine starke Stimme. Sie kommt aus allen Sparten des Design, aus an­gren­z­en­den Disziplinen, aus Wissen­schaft, Wirt­schaft und Politik.

 

DDCAST-Folgen im Überblick

103 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 01 // Salone Del Mobile 2022
102 — Alexis Dornier // Tektonische Innovation auf Bali
101 — Franziska Ratsch und Oliver Grande // Partizipative Raum-Gestaltung
100 — Diana Tayo Osobu // Colour & Character
99 — Christian Müller // Turbo für die Energie Transformation
98 — Prof. Bitten Stetter // Palliativ-Design
97 — Prof. Dr. Joachim Curtius // UP UP IN THE AIR
96 — Erik Spiekermann // TYPOERIK 75
95 — Nicole Deitelhoff und Matthias Wagner K // Design for Democracy. Gestalten wir wie wir leben.
94 — Felix Kosok // Das queere Mannsbild
93 — Hella Jongerius // Texture makes things human
92 — Etta Madete // Nachhaltige und bezahlbare Wohnungen in Kenia
91 — Gesche Joost // Die Design Forscherin
90 — Lisa Borgenheimer // Communicating Complexity
89 — Michael Volkmer // Da anfangen wo wir stehen
88 — Werner Sobek // Erderwärmung ist keine Krise sondern ein neuer Zustand
87 — Harald Welzer // Extraausgabe // Demokratie gestalten
86 — Mariana Amatullo // Die Chef-Diplomatin des Social Design
85 — Philipp Langenbach // Grünes Banking – wie geht das?
84 — Judith Block // Über Megatrends, Menschenliebe und Mut
83 — Anatoli Skatchkov // Man muss immer aus Liebe handeln
82 — Claudia Díaz Sánchez, Laura Schlotthauer, Katja Lis //
Diverse Kommunikation braucht diverse Menschen

81 — Ondřej Chybík // Driven by ego, curiosity and naivety
80 — Marie Josephine Eckloff // Licht ins Dunkel bringen
79 — Kai Vöckler und Peter Eckart // Mobilität neu denken und gestalten
78 — Christine Fehrenbach // Mode als Transformationstreiber
77 — Britta Wagemann und Samson Kirschning // Design-Interventionen im Reallabor Stadt
76 — Imran Ayata // Erst mal alles in Frage stellen
75 — Ricky Saward // Vegane Sterne
74 — Marti Guixé // Der Ex Designer
73 — TheJoCraft // Der digitale Baumeister
72 — Elvira Breit / Patrick H. Nagel / Klaus K. Loenhart // Lernen, Sehen, Atmen
WAS IST GUT – Die Gewinner

71 — Katja Filippenko und Philip Weyer // Der vegane Party Kracher
70 — Klement Tockner // Einmal verloren ist immer verloren
69 — Agnesa Kolica // Social Design for Innovation
68 — Frank Wagner // What’s the value of design
67 — Constanze Hosp und Nadine Podewski // Wie Designerinnen gutes Leben gestalten
66 — Boris Kochan // Wir können sehr viel bewegen
65 — Paola Antonelli // Über das Lernen von Designausstellungen
64 — Shantel // Diversität hörbar machen
63 — Lena Jüngst // Raus aus der Kreativblase
62 — Karin Schmidt-Friderichs // Die Bücher-Macherin
61 — Friedrich von Borries // So geht WAS IST GUT
60 — Constantin Kaloff // Über Werbung und Enteitelung
59 — Anne Farken // Eyes on the Future – Feet on the Ground
58 — Nils Holger Moormann // WAS IST GUT – und was nicht
57 — Markus Weisbeck // Forschung mit Design, nicht über Design
56 — Tatjana Gorbachewskaja // Über eine arktische Großstadt
55 — DAS IST GUT PART I
54 — Thomas Immich // Planet Centered Design versus Impact Driven Design
53 — Jifei Ou // CHN > HFG > MIT > CEO
52 — Friederike Köhler-Geib // Design – Brücke für eine innovative Wirtschaft
51 — Olivia Dahlem und Florentina Fuchs // Female Empowerment durch Mode
50 — David Maurer-Laube // So klappt nachhaltige Mobilität
49 — Inga Wellmann // Was ist Creative Bureaucracy?
48 — Lioba Lissner und Claus Herrmann // Plätze für Menschen, Tiere und Pflanzen
47 — Dr. Sandra Hartig // LGBTAIQ++
46 — Dieter Brell // Nachhaltigkeit sichtbar machen
45 — Benedikt Poschinger von Frauenau // Gutes Glas ist gut
44 — Stefan Sagmeister // Hässlichkeit / Schönheit
43 — Stephen Burks // Beauty, Design und Rassismus
42 — Arpad Dobriban // Manifest des Kochens
41 — Liz von Wagenhoff und Teresa Limmer // Should be all about sex
40 — Daniel Martin Feige // Wozu Design-Philosophie?
39 — Lilli Hollein // Die Design Kuratorin
38 — Thomas Ranft // Donnerwetter Design
37 — Elisabeth Mansfeld // Neurourbanismus – Psychologie der Stadt
36 — Thomas Jäger // Design und humanitäre Arbeit
35 — Bartomeu Mari Ribas // Museen müssen parteiisch sein
34 — Malene Saalmann // Idee & Modell & Prototyp
33 — Jürgen Engel // Räume beeinflussen unsere Körper
32 — Mike Meiré // Befreit euch von dem was ihr geschaffen habt
31 — Stephanie Hobmeier // We don’t need (this) education
30 — Konstantin Grcic // Mir fällt nichts leicht
29 — Christoph Grünberger // The Age of Data
28 — Barbara Friedrich // An einem Ort leben und designen
27 — Emilie Burfeind // Material Groove
26 — Lea Schücking und Leya Bilgic // Können Fliesen ethisch sein?
25 — Olaf Barski // Medical Design kann Leben retten
24 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // Es geht nicht um die ideale Form
23 — Dr. Keneilwe Munyai // From Design ‚for‘ to Design ‚with‘
22 — Uwe Melichar // Das Wort ‚Müll‘ muss weg
21 — Fabian Winopal und Tim Fleischer // Tatort Tatcraft
20 — Frauke Burgdorff // Städtische Baupolitik und Gemeinwohl
19 — Wettbewerb für weltverbesserndes Design
18 — Alexander Wagner // Geschichten in den städtischen Raum tragen
17 — Katja Lis // Schöne neue Arbeitswelt?
16 — Simone Leitenberger // Design bewegt Menschen, verantwortlich zu handeln
15 — Prof. Dr. Dr. Volker Mosbrugger // Der Weg vom Wissen zum Handeln ist unendlich weit
14 — Sebastian Herkner // Handwerk muss wertgeschätzt werden
13 — Janina Albrecht // Die Stadt vermenschlichen
12 — David Hess // Starthub für Start-ups
11 — Shirin Brückner // Ausstellungen mit allen Sinnen erlebbar machen
10 — Dr. Frauke Fischer // Design und Biodiversität gehören zusammen
09 — Raphael Gielgen // Wir müssen in das Kollektiv zurückfinden
08 — Daniel Cohn-Bendit // Wir haben ein falsches Effizienzdenken
07 — Anette Lenz // à propos
06 — Prof. Annette Bertsch // Eine gemeinsame Sprache finden
05 — Benedikt Wanner // Von der Wiege zur Wiege
04 — Madita Morgenstern Antao // Soziales Design in der Praxis
03 — David Gilbert // Digital Design braucht Struktur und Gespür
02 — Uli Mayer-Johanssen // Zusammen neue Perspektiven öffnen
01 — Friedrich von Borries // Was ist gutes Design?

103 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes
FORM FRAGEN 01
Salone Del Mobile 2022

Die Zeitschrift form und der DDCAST arbeiten zusammen.

Ab sofort gibt es im DDCAST „form fragen“-Extra­aus­gaben. Nina Sieverding und Anton Rahlwes, die Chef­redakteur­*innen der form, im Gespräch mit Georg-Christof Bertsch. Es geht um den Blick auf aktu­elle Design­ereig­nisse. In diesem Fall ein Rück­blick auf den Salone del Mobile in Mailand.

Die form ist eines der traditions­reichsten Design­medien der Welt. Das „Zentral­organ der deutschen Design­szene“ kommt aus dem Print. Wir alle sind mit ihr auf­ge­wachsen. Sie er­scheint seit 65 Jahren! Der DDCAST ist eines der jüngsten Design­medien der Welt. Unser kleiner Pod­cast ist ein digital native.

Was haben wir gemein­sam? Nun, wir mögen uns. Und wir haben eine ähn­liche Vor­stell­ung von Quali­tät und der Rele­vanz sehr sorg­fält­iger Arbeit. Nina Siever­ding, form: „Für uns ergibt die Zusam­men­arbeit mit einem rein digitalen Medium, das mit einem viel schnelleren Rhyth­mus arbeit­et, Sinn. Der DDCAST er­scheint pünkt­lich zum Wochen­start. Wir da­gegen nehmen uns viel Zeit und er­scheinen alle drei Monate. Das mag in der Ära von Social Media kontra­intui­tiv wirken. Aber wir glauben an die sinn­lichen Quali­täten von beson­deren Papieren, Farben, Haptiken und auch Inhalten.“

Anton Rahlwes, form: „Unser Leit­medium in der form-Medien­familie ist Print. Print gehört – mittler­weile – zu den lang­sam­sten Medien. Wir drehen jedes Wort drei­mal um, bevor wir es drucken. Krit­ischer Design­jour­nalis­mus steht bei uns an erster Stelle – und der Erfolg der letzten Zeit gibt uns Recht. Dafür sind wir dank­bar. Unser Prin­zip einer offenen und dis­kur­siven Kom­muni­kation bekräft­igen wir mit der DDCAST-Ko­operation.“

Rainer Gehrisch, DDCAST: „Ich freue mich sehr, dass die Zusam­men­arbeit zustan­de gekom­men ist. Wir haben vor zwei Jahren mit dem Cast ange­fangen und wussten wirk­lich nicht, wo das hin­geht. Dass der DDCAST eine der­artige Repu­tation und Reich­weite auf­bauen würde, war nicht ab­seh­bar. Nach dem Rat für Form­gebung und den German Design Graduates arbeiten wir nun auch mit der Design­zeit­schrift form fest zusam­men. Das ist wirk­lich schön.“ Georg-Christof Bertsch, DDCAST: „Unser Redaktions­kon­zept folgt drei Richt­linien: 1. Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt. 2. Radikal gendern, Diversität feiern, Alters-Dis­kri­minierung ent­gegen­arbeiten. 3. Neues aus­pro­bieren. Experimen­tieren. Deshalb bringen wir neben Design-Super­stars auch un­be­kannte Gestalter­*innen, die keinen Stein auf dem anderen lassen. Wir bringen Wissen­schaftler­*innen und Öko­nom­*innen. Das alles sind massive Ein­fluss­fak­toren auf die Zukunft des Designs. Der Start der Zusammen­arbeit mit der form ist für mich ein bewegender Moment.“

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Veröffentlichung: 08.08.2022

102 — Alexis Dornier
Tektonische Innovation auf Bali

Alexis Dornier wurde 1981 in Deutsch­land geboren, wo er unter dem ständigen Ein­fluss der Luft­fahrt­indus­trie auf­wuchs. Er ent­stammt einer Indus­triellen- und Ingen­ieurs-Familie. Alexis studierte Archi­tektur an der Uni­versi­tät der Künste in Berlin und zog an­schließend nach New York City, wo er zwischen 2004 und 2007 als Architektur­designer für Asymptote Architecture, OMA-NY und Rex arbeitete.

Das Jahr 2013 markierte eine radikale Verän­derung in seinem Leben und seiner Karriere, als er be­schloss, sein west­liches Leben hinter sich zu lassen und nach Ubud auf Bali umzu­ziehen, wo er begann, als Berater für lokal ent­worfene und ge­baute Architektur­pro­jekte zu arbeiten. Was als archi­tek­ton­ische Beratung be­gann, ent­wickelte sich schnell zu ganz­heit­lichen, un­ab­hängigen eigenen Projekt­ent­würfen mit einer schnell wachsen­den An­zahl von Arbeiten in der balinesischen Land­schaft. Dornier ist jetzt in Ubud ansässig und arbeitet sowohl lokal als auch inter­natio­nal an einer Mischung aus Wohn- und Gewerbeprojekten.

Die Philosophie hinter der Archi­tektur von Alexis Dornier besteht darin, für jede architek­tonische Gestaltungs­auf­gabe Gestaltungs­methoden zu kombi­nieren und neu zu formu­lieren. Eine archi­tek­tonische Auf­gabe ist ein eigener Fall, eine eigene Sache, ein eigenes Pro­blem und eine eigene Ange­legen­heit. Eine Reihe von Regeln bilden eine logische und um­fassende Ent­wurfs­er­zählung, die zu Effizienz und einem starken Aus­druck unserer gebauten Umwelt führt.

Seine architek­tonischen Projekte ver­suchen, eine Design­ästhetik zu formu­lieren, die zwischen Elementen des tropischen Modernis­mus und der Industrie­archi­tektur ver­mittelt, mit einem zu­grunde liegenden Streben nach formaler und tek­tonischer Inno­vation. Diese Entwurfs­ästhetik wird durch einen itera­tiven Entwurfs­pro­zess und eine sorg­fältige Aus­wahl lokal ver­füg­barer natür­licher Materi­alien reali­siert, die räum­lich so kompo­niert sind, dass sie auf den Stand­ort und die natür­liche Um­gebung, in der sie stehen, reagieren.

Tektonik ist im Wesent­lichen die Tätig­keit, die das Bauen zu einer Form der Kunst erhebt. In dieser Hin­sicht werden die Projekte von Alexis Dornier durch struktur­elle und formale Erkundungen ange­trieben, durch den Wunsch des Studios, die Grenzen seiner eigenen tropisch-tektonischen Sprache zu er­weitern. Dies geht Hand in Hand mit dem Be­streben, die Erfahr­ung der Land­schaft durch architek­ton­isches Design zu ver­stärken.

Die Projekte des Studios werden in den tropischen, bewaldeten Hügeln von Ubud, dem kultur­ellen Epi­zent­rum Balis, ent­worfen. Archi­tek­tur in den Tropen und ins­beson­dere an einem Ort wie Bali zu prakti­zieren, inspir­iert uns täg­lich und erinnert uns daran, lang­samer zu werden und die Bedeut­ung von Gleich­ge­wicht und Wohl­befin­den zu schätzen.

Mit einem Team von talentierten, enga­gierten Archi­tekten und Design­ern ist das Studio be­strebt, neue Typo­logien, Formen und Struk­turen zu erfor­schen und dabei von dem reichen Erbe und dem in der lokalen Tradi­tion verank­erten Know-how zu lernen.

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Veröffentlichung: 01.08.2022

101 — Franziska Ratsch und Oliver Grande
Partizipative Raum-Gestaltung

Franziska Ratsch ist Archi­tekt­in und Spezialist­in für nutzer­zentrierte Innen­archi­tektur. Sie konzi­piert und ent­wickelt Arbeits­umgeb­ungen, die wirk­same Zusam­men­arbeit er­mög­lichen. Sie ist ver­ant­wort­lich für Design­kon­zepte und Work Hacks, die ein all­gemein­es Ver­ständ­nis für die Nutz­ung des Raumes durch­setzen. Durch ihre lang­jährige Arbeit bei der BREAD&butter und Zalando ist sie darin ge­schult, in­spirieren­de und intui­tiv funktio­nierende Arbeits­welten für ihre Kunden zu schaffen. Sie ver­fügt über ein großes Netz­werk zu Archi­tekten, Interieur Designern und Möbel­her­stellern, womit auf wirk­lich jeden Kundenwunsch ein­ge­gan­gen werden kann. Sie ist immer neu­gier­ig auf ihre nächste Auf­gabe und stark darin, Lösun­gen auf hohem Design­niveau und Funktio­nali­tät zu finden und diese mit einem hohen Grad an Verant­wort­lich­keit umzu­setzen. Franziska denkt groß und handelt schnell, wenn es darum geht, Veränder­ungen zu schaffen. Studium mit Diplom­ab­schluss Dipl. Ing. der Archi­tektur, Beuth Hoch­schule, Berlin / Aus­bildung zur Bau­zeich­nerin, Bremen / Ver­schiedene Projekte (Joint Venture, Auftrags­arbeit) mit dem Hasso-Plattner-Institut / Ver­schiedene Produkt­ent­wicklungs­pro­jekte mit Möbel­her­stellern (firmen­eigene Möbel­linien, tempor­äre Fassaden­strukturen) / F­ortbildung Prince 2, AXELOS / Weiter­bil­dungen zum Thema 360-Grad Feed­back, Zeit­­manage­ment, Projekt­manage­ment. Ihr Hinter­­grund ist: Drei Jahre Erfahrung im Bereich Archi­tektur, Wohnungs­bau / BREAD&butter: Acht Jahre Erfahr­ung im Be­reich tem­poräre Archi­tektur und Messe­bau bei Zalando: Fünf Jahre Erfahr­ung im Bereich Projekt­leitung Konstruk­tion und Ent­wicklung von Büro­gebäuden, Interieur Design und Ent­wicklung einer nutzer­zentrierte Arbeits­um­gebung für Mit­arbeiter aus ver­schiedenen Berufs­feldern, sowohl „white“ als auch „blue collar“ / Sankt Oberholz Consult­ing, Arbeits­welt­raum: Mehrere Jahre Berufs­erfahrung auf strategisch / konzeptio­neller und operativer Ebene / Grün­derin von Bimba Pepa – Furni­tecture for Kids and Kidults. Ihre Arbeits­schwer­punkte liegen in Ver­änder­ungs- und Trans­formations­pro­zesse (Lean Change Approach, Prototyping, Intergration der Mitar­beiter in einen Veränderungs­prozess) / Neue Organisations­designs, Arbeits­welten und -formen (Aktivitäts­bezogenes Arbeiten, Remote Work, andere Orte wie Home Office und Co-Working) / Nutzer­zentrierte Arbeits­umgebung­en (Unter­nehmens­werte, Mitar­beiter­befragungen) / Optimierungs­potential im Raum durch minimale Ver­änder­ungen des Nutzer­ver­haltens / Ein­führ­ung neuer tätig­keits­bezogener Möbel­konfigur­ationen / Arbeit­geber­marken­führung und -kommuni­kation (Spatial Branding, Location Branding, Employer Branding, Aktivierungs­kom­muni­kation) / Nutzer­be­fähigung durch Work­shops & Trainings.

Oliver Grande: Nach mehr als 15 Jahren in der Möbel- und Interior Design-Branche in ver­schieden­sten Organi­sations­typen, vom straff hier­ar­chischen Handwerks­be­trieb seiner Lehr­jahre über den Mittel­stand und einem selbst­organi­siert arbeiten­­­den Beratungs­unternehmen, ist er zu der Erkennt­nis gekom­­­men, dass Menschen sich nicht an Büros an­passen sollten, sondern Büros an Menschen. Schon immer ging es ihm um den Mehr­wert, den Räume ihren Nutzer­*innen geben können. Heute arbeite er noch stärker als Über­setzer, Kommuni­kator und Impulsgeber, der Raum und Kultur von Unter­nehmen ver­bindet und Orientier­ung bietet, um Büros zu Orten zu machen, die neuen An­sprüchen gerecht we­rden. Für Arbeits­orte, die dem „Permanent Beta“ der Arbeits­welt nach­haltig gewachsen sind, be­ständig wandelnde Struk­turen und Prozesse tragen, auf das Geschäfts­modell abge­stimmt sind, Zusammenarbeit fördern, das Poten­zial haben, Indi­­­vi­duen und Unter­­nehmen zu einen, Identität stiften und viel Zukunft ver­sprechen. Es geht ihm darum­, Orte zu schaffen, die neuer Arbeit würdig sind! Genießt die Energie, die aus kreativer Zusam­men­ar­beit, zwischen­mensch­lichem Aus­tausch und gemein­samen Zielen ent­steht. Er ist immer auf einer Mission und glaubt daran, dass der Status quo vor allem dazu da ist, hinter­fragt zu werden.

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Veröffentlichung: 25.07.2022

100 — Diana Tayo Osobu
Colour & Character

Diana Tayo Osobu ist Color & Trim Designerin, das heißt, sie beschäftigt sich mit dem, was man am Fahr­zeug Exterior und Interior sen­sor­isch wahr­nehmen kann. Nach ihrem Abitur am Elisa­bethen Gym­nasi­um in Frankfurt am Main studierte sie Wirt­schafts­wissen­schaften an der Guten­berg Uni­versi­tät, Mainz und arbeitete als Werk­studentin, später als stell­vertretende Abteilungs­leiter­in, bei DuPont de Nemours Electro­nics in Bad Hom­burg. Mittels eines Prakti­kums als Junior Art Direc­torin bei J.W. Thompson Werbe­agen­tur in Frank­furt sattelte sie in das krea­tive Fach über. Sie studierte Industrie­design und arbeitete gleich­zeitig als freie Mit­arbeiter­in bei der Mazda Motor Cor­por­ation in Ober­ursel im CMF Design und schloss ihr Studium an der Hoch­schule für Gestalt­ung, Offenbach ab.

Nach Ihrem Studi­um startete sie in der VW-Welt, im Design Center Europe der Volks­wagen Group in Sitges bei Barce­lona, in der es im Design Center Pots­dam der Volks­wagen Group weiter­ging, bis sie als Color & Trim-Design­er­in für die Luxus­marke des VW-Kon­zerns Bugatti tätig war. 2007 wech­selte sie als CMF Design Manager­in in das Hyundai Motor Europe Technical Center, Rüssels­heim, wo sie seit 2014 bis heute als CMF Senior Manager Europe des Hyun­dai Motor Europe Technical Center tätig ist.

Sie hat stets in inter­natio­nalen Teams an der Schnitt­stelle zwischen Design, Marke­ting, Engineer­ing und Produk­tion ge­arbeitet. Ein feines Ge­spür für Trends und Vor­lieben der Nutzer­*innen zeich­net sie aus. Die Kombi­nation aus ihrem betriebs­wirt­schaft­lichen und dem Design-Aus­bildungs­hinter­grund, sowie die Tätig­keit in globalen Unter­nehmen, ver­schafft ihr ein beson­deres Profil.

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Veröffentlichung: 18.07.2022

99 — Christian Müller
Turbo für die Energie Transformation

Dr. Christian Müller möchte etwas be­wirken und im großen Maß­stab nach­haltige Energie­inno­vatio­nen ermög­lichen, um Energie­kosten zu senken, die System­leist­ung zu er­höhen und Treib­haus­gas­emis­sionen zu redu­zieren. Er ist CEO von EIT InnoEnergy in der DACH-Region und Mit­glied des Exe­cutive Board der euro­päischen Holding KIC InnoEnergy SE.

Er studierte Chemie­ingenieur­wesen an der Uni­versi­tät Karls­ruhe und der Uni­versity of California, Berkeley und erwarb 1996 einen Doktor­titel in techn­ischer Thermo­dyna­mik. Bevor er zu Europas führen­dem Clean­tech-Inves­tor EIT InnoEnergy kam, war er fast 25 Jahre in der Techno­logie­ent­wicklung globaler Kon­zerne tätig. Mit der Über­nahme der Cor­por­ate Techno­logy Sparte von Hoechst kam er im Jahre 2000 zu Siemens, wo er in führen­den Manage­ment­positionen im Bereich der Kommerz­iali­sierung neuer Techno­logien und Dienst­leistungen sowie im Markt­positio­nier­ung und Geschäfts­ent­wick­lung aktiv war.

Das Unternehmen EIT InnoEnergy hat seit seinem Start 560 Millionen Euro in mehr als 480 nachhaltige Energieinnovationen investiert, die bis 2026 einen Umsatz von 16 Milliarden Euro erwirtschaften sollen. 90 % der Start-ups arbeiten bereits mit globalen Marken wie ABB, BMW, EDF, Engie, Tata Steel und Vattenfall zusammen. Die EIT InnoEnergy Master School hat Studierende aus fast 100 Ländern angezogen. Inzwischen hat die Master School 1200 Absolvent*innen und 1500 eingeschriebene Student*innen.

LINKS
Website von InnoEnergy
Artikel im Tagesspiegel
Capital über InnoEnergy
Zur Klimabilanz von e-Autos
Über Batteriezellen aus Europa

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Veröffentlichung: 11.07.2022

98 — Prof. Bitten Stetter
Palliativ-Design

Bitten Stetter ist diplomierte Mode­design­er­in. Seit 1999 arbeitet sie als selbs­tändige Design­erin. Im Mittel­punkt ihrer Arbeit steht die Ana­lyse von gesell­schaft­lichem Wan­del. Ihre Arbeiten leben von der kritischen Aus­einander­setz­ung mit Alltags­kul­turen und Lebens­stilen. Als selb­ständige Design­erin und Trend­ex­pertin ko­oper­iert sie mit ver­schie­denen Museen und Unter­nehmen. Für das Museum für Kom­muni­kation Berlin kura­tierte sie die Aus­stell­ung fashion talks, eine Wander­aus­stell­ung, die im Museum für Kom­muni­kation Frank­furt, Nixdorf Museum Pader­born und im Gewerbe­museum Winter­thur statio­nierte. Sie publi­zierte in ver­schiedenen Zukunfts­maga­zinen, Zeit­schriften und Büchern rund um Themen wie Mode, Körper, Lebens­stil und Wandel.

Seit 2005 ist sie in der akadem­ischen Lehre in Deutsch­land und der Schweiz tätig. Sie ist Profes­sorin für Trends & Identity, doziert seit 2006 im gleich­namigen Bachelor und leitet seit 2008 das Master­pro­gramm Trends & Identity im Master of Arts in Design an der Zürcher Hoch­schule der Künste. Seit 2012 ist sie Mit­glied des Institutes für Design­for­schung und leitet seit 2014 die For­schung inner­halb der Fach­richtung Trends & Identity, wo sie den Forschungs­schwer­punkt Care Futures haupt­ver­ant­wortlich vertritt.

Seit der Sterbe­be­gleit­ung einer nahen Ange­hörigen (2011 – 2015) befasst sich Stetter in diversen Vor­trägen, Aus­stell­ungen und Publi­katio­nen mit Sterben und Tod im Zeit­alter des demo­graf­ischen und digi­talen Wan­dels und unter­sucht damit ver­bun­dene Indi­vidu­ali­sier­ungs­pro­zesse in einer Gesund­heits­gesell­schaft. Ihr gegen­wärtiger Forschungs­gegen­stand sind Sterbe­dinge, die am Lebens­ende das soziale Mit­ein­an­der, Identi­tät und Lebens­quali­tät formen und bedin­gen. Stetter ist Teil des vom Schweizer Natio­nal Fonds ge­förderten Forschungsprojektes „Sterbe­settings – Eine inter­disziplinäre Perspektive“ (2020 – 2023) und schreibt und gestaltet im Rahmen des SINTA-Programmes (HKB-Bern/Universität Bern) ihre Disser­tation: „Things of Dying – Eine ange­wandte design-anthro­po­logische Unter­such­ung der gegen­wärtigen Sterbe- und Konsum­kultur“ (Arbeits­titel der PhD-Arbeit). Hier unter­sucht sie mit design­ethno­graf­ischen Methoden Ding­welten und Lebens­stile am Lebens­ende, um zeit­gemässe Care-Design-Produkte und -Strategien zu ent­wickeln. Sie absol­vierte hierfür Weiter­bil­dungen in Palliative Care und forschte über vier Jahre in insti­tutio­nellen und pri­vaten pallia­tiven Orten. Basierend auf ihre Erkennt­nisse hat Stetter 2019 Final Studio GmbH ge­gründet und finally., ein Brand, welches sich um unsere Lebens­reise, vor allem in fragilen Zeiten kümmert, ins Leben gerufen.

LINKS
Link zu Blog und Shop finally
STERBESETTINGS – Eine interdisziplinäre Perspektive 2020 – 2023
Trends und Identity an der Zürcher Hochschule der Künste
Link zum Buch KONTEXT STERBEN Institutionen – Strukturen – Beteiligte
Manifesto. Gestaltung und Identität: Offshore Studio
Website von Bitten Stetter

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Veröffentlichung: 04.07.2022

97 — Prof. Dr. Joachim Curtius
UP UP IN THE AIR

Prof. Dr. Joachim Curtius studierte Physik in Heidelberg. Nach Pro­mo­tion am Max-Planck-Institut für Kern­physik in Heidel­berg und beruf­lichen Statio­nen bei NOAA (National Oceanic and Atmo­spheric Admin­istration) in Boulder, Colorado, und an der Uni­versi­tät Mainz wurde er 2007 Pro­fessor für „Experimen­telle Atmo­sphären­forschung“ am Institut für Atmo­sphäre und Umwelt der Goethe-Uni­versität Frankfurt. Seine For­schung betrifft die Themen Spuren­gase, Aero­sole, Wolken und Klima. Hier be­schäftigt er sich bei­spiels­weise im Rahmen des CLOUD-Projekts am CERN in Genf mit der Bildung von Aerosol­partikeln in der Atmo­sphäre. Er ist wissen­schaft­licher Ko­ordinator mehrerer Verbund­pro­jekte und gehört dem wissen­schaft­lichen Lenkungs­aus­schuss für das deutsche Forschungs­flug­zeug HALO an. Er gehörte 2018 zu den welt­weit meist­zitierten Wissen­schaft­lern in den Geo­wissen­schaften. Er engagiert sich für eine wissen­schaftlich fundierte Kom­muni­kation der Klima­problem­atik in der Öffentlichkeit.

LINKS
Publikation des Bundesumweltamtes zu umweltschonendem Luftverkehr
Emissions from planes and ships: facts and figures (infographic) auf der Website des Europaparlamentes
Website Ecopassenger Emissionsrechner
Global Carbonproject
Science Direct. The contribution of global aviation to anthropogenic climate forcing for 2000 to 2018

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Veröffentlichung: 27.06.2022

96 — Erik Spiekermann
TYPOERIK 75

Erik Spiekermann ist Setzer, Drucker, Kunst­his­toriker, Informations­designer, Schrift­ent­werfer und Fach­autor. 1979 gründete er MetaDesign, ein Unter­nehmen, das ganz erheb­lichen Ein­fluss auf die Design­ent­wick­lung und auf un­zähl­ige Designer­*innen-Karrieren genom­men hat. 1989 folgte die Gründung von FontShop, dem weltweit ersten Vertrieb elek­tron­ischer Schriften. Nach dem Aus­scheiden aus dem aktiven Geschäft ist er heute Auf­sichts­rat bei Eden­spieker­mann, Berlin, Amster­dam, San Francisco & Los Angeles. Seine Typo­grafische Werk­statt p98a.berlin ver­bin­det digitale Tech­niken mit dem analogen Buch­druck. Er hat so viele Preise ge­won­nen und an so vielen Jurys teil­ge­nom­men, dass eine Auf­zähl­ung unsere Show­notes sprengen würde. Mehr zu ihm ihn den an­liegenden Links.

Dr. Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums, schreibt über ihn: „Erik Spieker­manns grafische Identitäts- und Design­arbeit ist seit den 1970er Jahren ein distink­tiver Teil der visu­ellen Welt. Als Gründer von ‚MetaDesign‘ und ‚Edenspiekermann‘ gab er unter anderem dem ÖPNV Berlins, der Deutschen Bahn, dem ‚Economist‘ und Unter­nehmen wie Audi, Volks­wagen und Bosch ein unver­wechsel­bares Erscheinungs­bild. Seine Arbeiten wurden mit den prestige­trächtig­sten Preisen Europas aus­ge­zeich­net, nicht zu­letzt ernannte ihn die britische Queen zum Royal Designer for Industry. ‚FontShop‘, das erste Ver­sand­ge­schäft für Computer­schriften, geht ebenso auf seine kreative Initi­ative zurück wie zahl­reiche Schrift­ent­würfe, u.a. ITC Officina und FF Meta – beide sind in­zwischen als Klassiker auf vielen Fest­platten vor­han­den. Bis heute ist er eine zen­trale Figur der deutschen und inter­natio­nalen Design­szene. Nach seinem Aus­scheiden aus dem aktiven Ge­schäft betreibt er heute in Berlin eine experi­men­telle typo­grafische Werk­statt unter dem Motto ‚Hacking Gutenberg‘.“

Font­werk über Erik Spieker­mann: „Der Mann, dessen Regal Preise für sein Lebens­werk der renom­miertes­ten Ver­bände und eine schön gerahmte Ehren­doktor­urkunde schmücken. Dessen Fach­bücher und die über ihn erschienene Designer­bio­grafie inter­natio­nale Best­seller wurden. Der mehr erfolg­reiche Schriften ge­staltet hat, als das Gesamt­programm der meisten Foundries um­fasst. Der als kurz­weiliger Gast in Film-, TV- und Audio-Produk­tionen auf­tritt und der BBC bereits in den Achtzigern Typo­manie er­klärte. Der in drei Zeit­­zonen zu Hause ist und in jedem Ort mehr Fahr­räder besitzt als eine sport­liche Groß­familie. Der am Aufbau zwei der rele­van­tes­ten Kreativ­agenturen, eines legen­dären Letter­press-Work­shops, dem zeit­weilig wichtigsten unab­hängigen Font­ver­triebs und der größte Biblio­thek zeit­genös­sischer Schriften mitwirkte.“

LINKS
Wikipedia-Eintrag von Erik Spiekermann
Erik Spiekermann bei Fontwerk
Erik Spiekermann bei Eddenspiekermann
p98a
Angaben zu Publikationen von Erik Spiekermann in der Deutschen Nationalbibliothek

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Veröffentlichung: 20.06.2022

95 — Nicole Deitelhoff und Matthias Wagner K
Design for Democracy.
Gestalten wir wie wir leben.


Prof. Dr. Nicole Deitelhoff ist Leiterin des Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konflikt­forschung. Sie erwarb ihren M.A. in Political Science an the State Uni­versity of New York at Buffalo und promo­vierte an der TU Darmstadt (summa cum laude).

Sie hat eine große Anzahl von Forschungs­pro­jekten durch­ge­führt und ist darin aktiv, u.a. als Senior fellow, program “Future of Democracy”, The New Institute Hamburg (TNI) Co-speaker Research Institute Social Cohesion (RISC); Head of Research Department “Inter­national Insti­tutions” and Co-Head of Research Depart­ment “Trans­national Politics” (with Prof. Dr. Chris­topher Daase), Peace Research Institute Frankfurt (PRIF); Executive Director at the Peace Research Institute Frankfurt (PRIF); Visiting Fellow am European Uni­versity Insti­tute, Florence; Visiting Fellow an der University of Hawaii at Manoa // Visiting Fellow am Center for European Studies, Harvard Uni­versity; Visiting Professor an der Hebrew University Jerusalem; Professor of Inter­national Relations and Theories of Global Order an der Goethe Uni­versi­tät Frank­furt; Research Professor, Colla­bora­tive Research Centre “Trans­formations of the State”, an der Uni­versität Bremen; Research Associate, Centre for Inter­disci­plinary Techno­logy Studies (ZIT), an der TU Darmstadt

BERUFLICHE AKTIVITÄTEN UND MITGLIEDSCHAFTEN
Seit 2018 Member of the 15th Advisory Council for Internal Governance of the Federal Ministry of Defense and Member of the Board of Trustees of the Social Science Research Center Berlin (WZB); seit 2017 MItglied des Senats der Schader Stiftung and Member of the Board of Trustees des Studien­preises der Körber Stiftung.

EHRUNGEN (AUSWAHL)
Schader Preis für Wissen­schafts­kommuni­kation, Schader Stiftung. Gewin­nerin des Maier-Leibnitz Preises (DFG)

LITERATUR VON NICOLE DEITELHOFF (AUSWAHL)
2022 (mit Cord Schmelzle). Social Integration and Conflict, in: Kölner Zeit­schrift für Sozio­logie und Sozial­psycho­logie, forth­coming. // 2022 (mit Silvia Steininger). Against the Masters of War: The Over­looked Functions of Conflict Liti­gation by Inter­national Courts, in: Duke Journal of Law and Contem­porary Problems, 84(4), 95-122. // 2021 (mit Christopher Daase). Wenn die Geltung schwindet. Die Krise der liberalen Welt­ord­nung und die Herr­schafts­pro­ble­matik inter­natio­naler Politik, in: Forst, Rainer/Günther, Klaus (Hg.): Norma­tive Ordnungen, Berlin: Suhrkamp, 162-190. 2020. What’s in a Name? Contes­tation and Backlash Against Inter­natio­nal Norms and Insti­tutions, in: The British Journal of Politics and Inter­natio­nal Relations, 22(4), 715-727. // 2020 (with Olaf Groh-Samberg and Matthias Middell): Gesell­schaft­licher Zusammen­halt: Ein inter­diszi­plinärer Dialog, Frankfurt/New York: Campus Verlag. // 2020 (mit Frank Bösch and Stefan Kroll): Hand­buch Krisen­forschung, Wiesbaden: Springer VS. // 2020 (with Julian Junk, Clara-Auguste Süß and Christopher Daase). What do we know about radicali­zation? Key findings, challenges, and policy recommendations. Focus Section, International Journal of Conflict and Violence, 14(2). // 2019 (mit Christopher Daase). Opposition and Dissidence, in: Journal of Inter­natio­nal Political Theory 15(1), 11-30. // 2019 (mit Priska Daphi and Felix Anderl). Bridges or divides? Conflicts and synergies of coalition building across countries and sectors in the Global Justice Movement, in: Social Move­ment Studies 21 (1-2), 8-24. // 2018. Populis­mus und Wissen­schaft. Streiten gegen das Erlahmen öffentlicher Aus­ein­ander­setz­ung, in: Blam­berger, Günter/Freimuth, Axel/Stroh­schneider, Peter (Hg.): Vom Umgang mit Fakten. Ant­worten aus Natur-, Sozial- und Geistes­wissen­schaften, Wilhelm Fink, 23-33.


Prof. Matthias Wagner K ist Ausstellungs­macher, Biennale­leiter, Kurator, Autor und seit 2012 Direktor des Museum Ange­wandte Kunst in Frankfurt am Main. Inner­halb eines Jahres posi­tio­nierte Wagner K das Museum mit einem gänz­lich über­arbeiteten Aus­stellungs- und Parti­zipa­tions­kon­zept neu. Mit seinen wechseln­den themat­ischen Aus­stell­ungen richtet es seither den Fokus auf die Wahr­nehm­ung gesell­schaft­licher Ström­ungen und Ent­wick­lungen. Es ver­steht es sich als ein Ort für sinn­liche Denk- und Erfahrungs­räume, für Ge­spräche und kritische Dis­kurse und zählt mittler­weile zu den inter­national ange­sehensten und profi­liertesten Museen seiner Art. Matthias Wagner K bekleidet zudem seit 2018 eine Honorar­pro­fessor für Design Curating and Criticism an der HfG Offenbach, ist einer der drei Inten­dant:innen für Theater der Welt 2023. Frankfurt / Offenbach und leitet die Bewerbung Frankfurt RheinMain. World Design Capital 2026. Hierfür ent­wickelte er den Claim Design for Demo­cracy. Atmo­spheres for a better life. Er ist Mit­glied im Kura­torium der Peter und Irene Ludwig Stift­ung und der Stiftung Urban Future Forum e.V..

LINKS
www.designfrm.de
www.hsfk.de
www.museumangewandtekunst.de
www.ludwigstiftung.de
www.urbanfutureforum.org

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Veröffentlichung: 12.06.2022

94 — Felix Kosok
Das queere Mannsbild

Dr. Felix Kosok ist Design­wissen­schaftler und Grafik­designer. Er promovierte 2020 an der HfG Offen­bach zur ästhetisch-politischen Dimen­sion des Designs. Seine Disser­tation „Form, Funktion und Frei­heit“ wurde 2021 beim tran­script Verlag ver­öffent­licht. Der Schwer­punkt seiner Forschung liegt in den Bereichen Design­ästhetik, Politiken des Style sowie politisches Grafik­design. Neben der Forschung ist er in der Design­kollabora­tion Bureau069 selbst gestalter­isch tätig. Für seine Arbeiten hat Felix Kosok bereits viele Aus­zeich­nungen erhalten, unter anderem vom Type Directors Club New York. Seit 2021 ist Felix Kosok Professor für Grafik­design und Design­theorie an der German Inter­national University Berlin.

Dr. Felix Kosok ist Vor­stand des Deutschen Designer Club, Mitglied in der Deutschen Gesell­schaft für Design­theorie und Forschung und in der Deutschen Gesell­schaft für Ästhetik. Er ist Gründungs­mit­glied und im Vor­stand des Offen­bacher Kunst­vereins Mañana Bold.

AUSGEWÄHLTE PUBLIKATIONEN
KOSOK, Felix, KROLL, Stefan, KUNI, Verena, WAGNER, Ellen, Hrg., Krisen sichtbar machen. Dialoge zwischen Wissen­schaft, Kunst und Design, Heidelberg: Springer, 2021.
 KOSOK, Felix, Form, Funktion und Freiheit. Über die ästhetisch-politische Dimension des Designs, Bielefeld, transcript, 2021.
 KOSOK, Felix, Gay Bombs, in: form 294 – Natur, Heft 4, Frankfurt am Main, 2021
 KOSOK, Felix, The Problem with Problem­solving. Design, Ecology and the Common Good, in: BOTTA, Massimo , JUNGINGER, Sabine, Hrg., Design as Common Good. Framing Design through Pluralism and Social Values, Swiss Design Network Symposium 2021 Conference Proceedings.
 KOSOK, Felix, Meme Wars und Grafikdesign, in: CHRISTENSEN, Michelle, FEZER, Jesko, HERLO, Bianca, HORNUFF, Daniel, JOOST, Gesche, Hrg., Lechts und Rinks. Eine Auseinandersetzung mit dem Design der Neuen Rechten, Hamburg: adocs Verlag, 2020.

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Veröffentlichung: 06.06.2022

93 — Hella Jongerius
Texture makes things human

Hella Jongerius studierte an der Academy for Industrial Design Eindhoven und ver­bin­det in ihrer Arbeit die neuesten Techno­logien mit uralten Hand­werks­techniken. Sie sieht ihre Arbeit als Teil eines nie endenden Prozesses, und das gilt im Grunde für alle Ent­würfe von ihr: Sie besitzen einer­seits die Kraft einer abge­schlossenen Design-Ent­scheidung, ver­mitteln anderer­seits aber auch, dass sie Teil von etwas Größerem sind, mit einer Vergangen­heit und einer unge­wissen Zukunft. Das Un­fertige, das Provi­sorische, das Mög­liche – es liegt in der Auf­merk­sam­keit für das Un­voll­kommene, für die Spuren des Ent­stehungs­pro­zesses und für das ent­hüllte Poten­zial von Materialien und Techniken. Durch diese Arbeits­methode würdigt sie nicht nur den Wert des Pro­zesses, sondern bezieht auch die Be­trachter­­*innen, den Benutzer­*innen, in ihre Unter­suchung mit ein.
 
Nach ihrem Ab­schluss an der Akademie für Industrie­design in Eind­hoven gründete sie 1993 das Studio Jongeriuslab, in dem sowohl unab­hängige Projekte als auch Arbeiten für Groß­­kunden entwickelt werden. Dazu gehören Textil­ent­würfe für den Möbel­stoff­her­steller Maharam, die Innen­ein­richtung der Delegierten-Lounge des UN-Haupt­quartiers in New York, Kabinen­ein­richtungen für die Flug­gesell­schaft KLM, die Installation „Colour Recipe Research“ auf Ein­ladung des Kurators Hans Ulrich Obrist für das MAK (Wien) und die Installation „A Search behind Appearances“, eine Kooperation mit Louise Schouwenberg im Auftrag der Serpentine Galleries.
 
Zu den jüngsten Projekten gehören Einzel­aus­stellungen im Gropius Bau, Berlin (2021), Lafayette Anticipations (2019) und National­museum, Stockholm (2019). Ihr Space Loom #1 wurde 2019 vom Centre Pompidou erworben.
 
2017 wurde Hella Jongerius mit dem Sikkens-Preis ausge­zeichnet, einem der ältesten unab­hängigen Kunst­preise der Nieder­lande, der alle paar Jahre an Personen oder Institutionen ver­geben wird, die einen besonderen Beitrag zum Thema Farbe geleistet haben.
 
In den letzten Jahren hat sich Jongerius auf Forschungs­pro­jekte konzen­triert, die zu großen Einzel­aus­stellungen Aus­stellungen wie Breathing colour im Design Museum, London; Interlace – textile research im Lafayette Anticipations, Paris, und Woven Cosmos im Gropius Bau, Berlin führten.
 
Viele von Jongerius’ Produkten befinden sich in den ständigen Sammlungen von Museen wie dem MoMA, New York, dem Victoria & Albert Museum, London, sowie der Neuen Sammlung, München oder dem Centre Pompidou, Paris.
 
Seit 2009 lebt und arbeitet Hella Jongerius in Berlin.

AUSGEWÄHLTE AUSSTELLUNGEN
2021 Woven Cosmos, Einzelausstellung Gropius Bau, Berlin
2020 Breathing Colour am Gewerbemuseum Winterthur, Schweiz
2019 Centre Pompidou, Paris, erwirbt das monumentale gewobene Werk Space Loom #1 2019 Entrelacs, une recherche tissée / Interlace, textile research, exhibition at Lafayette Anticipations (Paris, France)
2019 Das Design Museum der Pinakothek der Moderne, Munich, erwirbt die Schattenspiel-Installation von „A Search Behind Appearances“
2019 Breathing Colour, Wanderausstellung von Nationalmuseum (Stockholm, Schweden) 2018 Woven Movie 7:30 PM erworben vomMusée des Arts Decoratifs (Paris, France) 2018 Beyond the New exhibition at MUDAM (Luxemburg)
2018 Breathing Colour, Wanderausstellung des Museum Boijmans Van Beuningen (Rotterdam, Niederlande)
2017 Beyond the New, Ausstellung mit Louise Schouwenberg für die Pinakothek der Moderne, Die Neue Sammlung (München)
2017 Breathing Colour, Wanderausstellung für das Design Museum London (London, UK) 2016 A search behind appearances, Shadow play, installation beauftragt von den Serpentine Galleries, für La Rinascente department stores; mit Louise Schouwenberg (Mailand) 2016 Dream Out Loud - Designing for Tomorrow’s Demands, Gruppenausstellung am Stedelijk Museum (Amsterdam)

AUSGEWÄHLTE KUNDEN
seit 2002 Polstermöbel-Textildesign für Maharam (New York)
seit 2005 Möbeldesign und Art Director für Farben und Materialien für Vitra (Basel)
seit 2011 Kabinen und Sitzdesign für die Fluglinie KLM (Amstelveen, Niederlande)
2012 – 2018 Design Director und designer von Teppichen für Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
seit 2017 Keramikkacheldesign für Mutina (Fiorano, Italien)

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE
2019 Vlinder Sofa, Vitra (Basel)
2019 Diamond Vase und Facet Flasche, Galerie kreo (Paris)
2019 Shore and Slope, Teppiche für Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
2018 Diarama, collection of tiles for Mutina (Fiorano, Italy)
2018 Sienna and September, Teppiche für Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
2018 8:15am Morning Weave, Galerie kreo (Paris) 2018 7:00pm Evening Weave, Galerie kreo (Paris)
2018 Lattice, Silhouette and Glory, Teppiche for Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
2017 Tile Tables, Galerie kreo (Paris, France)
2017 Flutter, besticktes Polsterstoffe for Maharam (New York) 2016 Inlay, Colorfield and Chroma for Maharam (New York, USA)
2016 Cocoon, Landscape and Cross, Teppiche for Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
2015 Kabineninneres und Sitzdesign für die Economy Class und die World Business Class, Boeing 777 and Boeing 787, KLM (Amsterdam)
2015 Update des Polder Sofa für Vitra (Basel)
2015 Argali and Dew, Teppiche für Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
2015 Reinterpretation des Armchair 402 von Alvar Aalto für Artek (Finland)
2015 Neue Farbpalette für die EPC range von Ray and Charles Eames für Vitra (Basel, Switzerland)
2014 Carapace, Foliage and Eden, Polstermöbelstoffe für Maharam (New York, USA) 2014 Neuinterpretation des Chair 400, Cahir 401 and Stool 60 bvony Alvar Aalto für Artek 2014 East River Chair for Vitra (Basel)
2014 Cork&Felt, Teppich for Danskina (Amsterdam)
2013 Knots & Beads Curtain, Spezialdesign für North Delegates’ Lounge des UN Headquarters in New York (NL / New York)
2013 Gemstone Tables für Galerie Kreo (Paris)
2013 Bold, Duotone and Multitone, Teppiche for Danskina, Kvadrat and Maharam’s rug atelier (Amsterdam)
2013 United Nations; Interior Design für North Delegates’ Lounge, Auftrag des niederländischen Außenministeriums; Bead Curtain, Sphere Table und RE-Lounge chair (NL / New York, USA)
2013 abineninneres und Sitzdesign für die World Business Class, Boeing 747-400, KLM (Amsterdam)
2012 Hours, Colorwheel und Vases, POlstermöbeltextilien für Maharam (New York, USA) 2012 Sphere Table für Vitra (Basel)

AUSGEWÄHLTE PUBLIKATIONEN
2019 Interlace, Woven Research, Texte von Alice Rawsthorn, Anne Röhl, Hans den Hartog Jager a.o., Grafikdesign von Irma Boom, Walther König Verlag
2107 Beyond the new – On the Agency of Things, Buch von Louise Schouwenberg und Hella Jongerius für die Pinakothek der Moderne, Die Neue Sammlung, Grafikdesign von Irma Boom, Walther König Verlag
2016 I don’t have a favourite colour, creating the Vitra colour and material library, Gestalten 2015 Beyond the new – a search for ideals in design, Manifest mit Louise Schouwenberg 2011 Misfit, texts by Louise Schouwenberg, Alice Rawsthorn und Paola Antonelli, Grafikdesign von Irma Boom, 308 Seiten, Phaidon Publishers
2003 Hella Jongerius, Text von Louise Schouwenberg, 152 Seiten, Phaidon Publishers

LEHRTÄTIGKEITEN
2019 Vorträge an der Rhode Island School of Design
2017 A smart thread, Designworkshop an der Minerva Academy (Groningen) 2010 und 2013 Gastprofessorin an der Kunsthochschule  Weissensee (Berlin)
2000 – 2004 Leiterin des Department Living an der Design Academy Eindhoven (Eindhoven)
1998 – 1999 Lehrbeauftragte an der Design Academy Eindhoven

LINKS
Hella Jongerius
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Veröffentlichung: 30.05.2022

92 — Etta Madete
Nachhaltige und bezahlbare Wohnungen in Kenia

Etta Madete Mukuba (*1992) ist Sustainable Design-Archi­tektin und Projektmanager­in mit einem Schwer­punkt auf erschwing­lichen nach­haltigen Bau­pro­jekten – sowie eine mit Awards geehrte Vio­linis­tin. Sie ist EDGE-Expertin und Aspen Senior Fellow. Sie hat mit Rem Koolhaas an der Harvard Gradu­ate School of Design und dem Guggen­heim Museum in New York zusam­men­ge­ar­beitet. Der­zeit ist sie die Leiterin für bezahl­baren Wohn­raum bei BuildX Studio und Dozentin (TF) an der Uni­versi­tät von Nairobi. In all diesen Funk­tionen prakti­ziert, lehrt und forscht sie zu archi­tekton­ischen Design­inno­vationen, die eine nach­haltige wirt­schaft­liche, soziale und öko­logische Ent­wicklung in Kenia und darüber hin­aus ermög­lichen sollen.

Zur Zeit promoviert sie an der Uni­versi­tät Nairobi über „Air Quality in Dense Apartment Blocks; A case of Nairobi, Kenya“. 2021 erhielt sie ihren Master of Architecture in Umwelt­design von der Uni­versi­tät von Nairobi. Sie erhielt zahl­reiche Stipendien und ist in mehreren Berufs­ver­bänden aktiv, u.a. hat sie die Berufs­registrier­ung als ein­ge­tragener Archi­tekt in Kenia; sie war 2020 am Aspen Institute New Voices Senior Fellow mit fort­ge­schrittener Aus­bil­dung in Advocacy. Sie ist Mit­glied der Archi­tektonischen Ver­eini­gung von Kenia (AAK), Mit­glied bei Women in Real Estate (WIRE) und Mit­glied der Kenya Property Developers Association (KPDA).

Wichtig für sie sind die zahl­reichen Pro­jekte im Bereich erschwing­licher Wohnungs­bau bei BuildX Studio, einem Architek­tur- und Bau­unter­nehmen mit Sitz in Nairobi, die sie seit 2019 als Archi­tektin und Projekt­leiterin durch­ge­führt hat. Außer­dem lehrt sie seit 2017 an der Uni­versi­tät von Nairobi im Fach­bereich Archi­tek­tur. In ihren großen Pro­jekten, wie Zima Homes Affordable Housing (seit 2020), führt sie Mach­bar­keits­studien durch, leitet das Projekt, stellt Business­pläne auf und sorgt für Kredite und Zuschüsse.

CSR UND GEMEINSCHAFTSAKTIVITÄTEN
Sie ist vielfältig in Social Responsi­bility-Projekten tätig. So war sie 2014 – 2020 Lead Facilitator für die John Mukaye Madete Foundation, die die Schul­gebühren für unter­privile­gierte Schüler im Westen Kenias finan­ziert und ihnen Führungs­quali­täten vermittelt. Sie ist Gründerin und war 2011 – 2013 Tutorin des Geigen­programms bei Ghetto Classics, das Musik unter­richtet und Schüler aus Korogocho, Nairobi, betreut. Bei BuildX Studio ist sie leitende Kura­torin für die Barbican-Ausstellung „Unsere Zeit auf der Erde“, die in der Curve Gallery in London im Mai 2022 eröffnet wird. Sie war 2018 – 2020 leitende Forscherin und Co-Kuratorin für „Countryside Studio“, in Zusam­men­ar­beit mit dem Team von Rem Kool­haas in den OMA Studios (Niederlande), der Harvard Graduate School of Design und dem Guggen­heim Museum in New York.

SEMINARE UND GREMIEN
Moderatorin für Healthy Cities-Healthy Cities Healthy People launch an event by WHO, UN habitat etc.; Moderator­in für den East Africa Property Invest­ment Summit (EAPI) – WIRE-Panel-Präsentation – Kenya’s Built Environment Sector’s Econo­mic Recovery Plan Through a Gender Lens – Juli 2021; Präsen­tation eines Vor­trags über „African Avant Gard“ an der Städel­schule – Mai 2021; Panelist – Habitat for humanity – SANKALP global health circular design; Moderatorin bei Veran­stalt­ungen von WIRE (Women in Real Estate), Kenyatta Uni­ver­sity, JKUAT, Cafe construct podcast, AAK Webinars, UN75, The future is un­written Dialogue, UN SDG action zone-Speaker, Carbon positive reset; Lead Facilitator bei Nafacity – Planning & Design Workshop in Zusam­men­arbeit mit UCL und British Council (2018); Kenianische Ver­treter­in bei der inter­natio­nalen Student Design Charrette des Royal Institute of British Architects (RIBA), ge­spon­sert von der Common­wealth Associ­ation of Architects (CAA – 2017); Kenianische Ver­treter­in des Common­wealth Youth Orchestra, Teil­nehmer­in an Kon­zerten in London und Glasgow (2013 und 2016)

AUSZEICHNUNGEN
WIRE (Women in Real Estate) Young Achiever Award 2021
Stipendium der Universität Nairobi für ein Postgraduierten­studium (2019 – 2021)
First Class Honors, Bachelor of Architectural Studies, University of Nairobi (2015)
Erste Klasse mit Auszeichnung, Bachelor of Architecture, Universität von Nairobi (2017)
Duracoat Award for Academic Excellence für B.AS & B.ARCH Abschlüsse (2015 & 2018)
Klassensprecher der Abschlussklasse des Bachelor of Architecture (2017)
Gewinner des inter­nationalen Design­wett­bewerbs von Sustainable Cycle Industries (Deutschland, 2017)

LINKS
LinkedIn
@ettamadete­
www.buildxstudio.com
www.zimahomes.co.ke

PUBLIKATIONEN
Autorin von „Atrium Daylight Penetration in Dense Apartment Blocks. Ein Fall von Roysambu Nairobi, Kenia.“ (2022)
  Mitverfasserin von „Application of Brick as a Building Material for Low Cost Housing in Hot and Dry Climates“ (2018)
 Mitverfasserin des Kapitels „Ocha“ in „The Countryside Report“, einem Buch, das von OMA und Rem Koolhaas veröffentlicht wird. (2020)
  Autorin von Artikeln über Architektur und Design, die unter anderem in Mail and Guardian, Aljazeera, Daily Nation (Kenia) und Architectural Review veröffentlicht wurden
  Forschungsassistentin für eine an der Bartlett School of Architecture entwickelte PhD-Forschung mit dem Titel: Erforschung der Architektur als Instrument zur frühkindlichen Stimulation in Flüchtlingslagern in Ostafrika (2017)

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Veröffentlichung: 23.05.2022

91 — Gesche Joost
Die Design Forscherin

Prof. Dr. Gesche Joost studierte erst Archi­tek­tur, bevor sie ein Design­studium an der Köln Inter­national School of Design begann. Nach dem Diplom ver­brachte sie einige Monate am Illinois Institute of Tech­no­logy in Chicago, um im An­schluss an ein Rhetorik­studium an der Eber­hard Karls Uni­versi­tät Tübin­gen mit einer Arbeit über die Grund­züge der Film­rhetorik zu promovieren.

Heute ist sie Leiterin des Design Research Lab an der Uni­versi­tät der Künste Berlin. Dort lehrt und forscht sie in den Bereichen Social Design, Material Inter­action und Digitale Souveräni­tät. Sie leitet die For­schung zur Trans­formation der digitalen Gesell­schaft am Weizen­baum-Insti­tut und den For­schungs­bereich Inter­aktive Textilien am Deutschen Forschungs­zentrum für Künstliche Intelligenz.

Mit den Themen­gebieten ihrer Forsch­ungs- und Lehr­projekte wie Mensch-Maschine-Inter­aktion, Gender- und Diversity-Aspekte in der Techno­logie-Ent­wick­lung sowie soziale Nach­haltig­keit und gesell­schaft­liche Teil­habe stellt Gesche Joost die drän­genden Fragen unserer Zeit. Die neuen Formen der For­schung, die sie mit ihrem Team ent­wickelt, stellen ein partizi­patives und trans­formierendes Design ins Zentrum, das die heutigen Heraus­forder­ungen auf eine offene, kolla­bora­tive Art und Weise angeht.

Sie betrachtet die ethischen, recht­lichen, wirt­schaft­lichen und politischen As­pekte des digitalen Wandels und zeigt, an welchem Punkt Design an­setzen muss, um als mit­gestal­tende Kraft zu einer nach­haltigen, inklu­siven und lebens­werten Gesell­schaft beizu­tragen.

Gesche Joost ist Mit­grün­derin der Non-Profit-Organi­sation Calliope, die Kindern digitales Lernen ermög­licht, hat Auf­sichts­rats­mandate bei SAP, Ottobock und der ING Diba. Und sie ist Mit­glied im Prä­sidium des Goethe-Instituts. 2021 wurde sie als Ehren­mit­glied in den Deutschen Designer Club aufgenommen.

LINKS
www.drlab.org

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Veröffentlichung: 16.05.2022

90 — Lisa Borgenheimer
Communicating Complexity

Lisa Borgenheimer studierte 2009 bis 2015 Kommuni­kations­design (B.A.) und Interaktive Medien (M.A.) an der Fach­hoch­schule Augs­burg. Derzeit promo­viert sie mit dem Thema „Informing Infor­mation“ an der Bau­haus-Universität Wei­mar. Schon während des Studi­ums in Augs­burg war sie Mit­glied des Elite-Netz­werks der Fach­hoch­schule Augs­burg und arbeitete als Informations­designerin bereits an der Fach­hoch­schule Augs­burg, für die Süd­deut­sche Zeit­ung, ZEIT Online, Verlag, INgraphics, Magazin 139.5, etc. Von 2015 bis 2018 war sie Assistant Pro­fessor/Researcher für Informations­design & Visual Story­telling im Master­studien­gang Eco-Social Design an der Freien Uni­versi­tät Bozen. Dort konzen­trierte sie sich zu­nehmend auf öko­soziale Trans­formations­pro­zesse mit­hilfe von visu­ellem Wissens­trans­fer und leitete das zwei­jährige geförderte For­schungs­pro­jekt „Bürger­haushalt in Mals (Obervinschgau)“. Borgen­heimers Haupt­forschungs­gebiet sind die Methodik und der Prozess des Informations­designs. Sie ist Expertin für Kon­zeption, Design und Ent­wicklung statischer und inter­aktiver Informations­grafiken. Sie arbeitete in inter­diszi­plinären Forschungs­projekten zusammen mit Designer­*innen, Künstler­*innen, Programmierer­*innen, Wissen­schaftler­*innen und externen Partner­*innen. Nennens­wert ist dabei auch das Projekt „Daten­visuali­sierung für die LEW (RWE)“ zusammen mit der Hoch­schule Augs­burg. Es folgten inter­natio­nale/natio­nale Work­shops und Vor­träge an ver­schie­denen Hoch­schulen, For­schungs­ein­richtungen und Kon­fer­enzen. Borgen­heimer ist als Jury­mit­glied der Asian Media Awards tätig und selbst Preis­trägerin von nationalen und inter­natio­nalen Aus­zeich­nungen, wie der Malofiej Award, Infor­mation is Beautiful Award, IIID Award und der European Student Award. Sie leitet den Inter­national Student Work­shop auf der Malofiej Kon­ferenz in Pamplona. Sie ist Mitglied der Society for News Design (SND) und der Bau­haus Research School in Weimar. Als Lehr­beauf­tragte lehrte Borgen­heimer an unter­schied­lichen Hoch­schulen in Europa. Darunter die Hoch­schule Augs­burg, Bau­haus-Uni­versi­tät Weimar, Freie Uni­versi­tät Bozen und gab verschiedene Kurse in Informations­design, Daten­visuali­sier­ung und Visual Story­telling. 2019 bis 2020 wurde sie durch die LaKoF Bayern „rein-in-die-hörsäle“ an der Hoch­schule Augs­burg mit Lehr­auf­trägen ge­fördert. Sie ist Mit­glied in der „Theme Advisory Group“ der EZB für die Neu­ge­stalt­ung der neuen Euro­scheine und dabei stell­ver­tretend für Deutsch­land. Seit Winter­semester 2020 ist Lisa Borgen­heimer Profes­sorin für Informations­design an der HfG Offenbach.

LINKS
Our World in Data
Nightingale 
Information is Beautiful 
Catalogtree 
Hochschule für Gestaltung, Offenbach

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Veröffentlichung: 09.05.2022

89 — Michael Volkmer
Da anfangen wo wir stehen

Michael Volkmer absolvierte in Hamburg eine Aus­bildung zum Foto­grafen, ehe er an der Fach­hoch­schule Wies­baden Kommuni­kations­design studierte. Nach seinem Ab­schluss grün­dete er 1994 die Kreativ-Agentur Scholz & Volkmer mit Schwer­punkt auf Design und digitale Marken­führung. An den beiden Stand­orten Wies­baden und Berlin arbeiten heute mehr als 140 Mitar­beitende für Kunden wie Deutsche Bahn, adidas, Mercedes-Benz und Riese & Müller, aber auch für Green­peace, regionale Umwelt­initia­tiven oder das Hessische Um­welt­amt. Michael Volkmer hat ins­ge­samt an über 50 Jurys teil­ge­nom­men, darunter ADC, DDC, iF Design, RedDot und Cannes Lions. In den Kreativ­rankings belegt Scholz & Volkmer mit über 650 natio­nalen und inter­natio­nalen Aus­zeich­nungen seit Jahren die vorderen Plätze.

Michael Volkmer hat sich mit seiner Agen­tur zum Ziel ge­setzt, die wirt­schaft­lichen Ziele seiner Kunden mit den gesell­schaft­lichen Heraus­forder­ungen unserer Zeit in Ein­klang zu bringen. Neben Kreation treibt die Agen­tur eigene nach­haltig orien­tierte Projekte sowie soziale Inno­vatio­nen voran. So ent­stehen im Sinne der agentur­eigenen Nach­haltig­keits­strategie „Shared Value“ Produkte wie der Stadt­luft-Anzeiger „NOxMas“, die Zeit­geschenke-Platt­form „Zeit-statt-Zeug“, die „CO₂-Web-App“, die durch kleine all­täg­liche Aktionen zum CO₂-Ein­sparen ani­miert oder das „Kiezkaufhaus“ – eine regio­nale und öko­logische Alter­native zu Amazon.

Zusammen mit Prof. Harald Welzer hat er die Initi­ative bzw. den gemein­nützigen Verein „Bilder der Zukunft“ ge­grün­det, der sich für alter­native, reduktive und soziale Zukunfts­szenarien ein­setzt. Im Jahr 2006 rief Michael Volkmer die „see-Conference“ ins Leben, die mittler­weile in Deutschland zu den größten Design­kon­ferenzen zählt und sich mit gesell­schafts­politischen Themen befasst.

LINKS
Scholz & Volkmer
Bilder der Zukunft 
See-Conference
Zeit statt Zeug

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Veröffentlichung: 02.05.2022

88 — Werner Sobek
Erderwärmung ist keine Krise sondern ein neuer Zustand

Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek wurde 1953 in Aalen geboren. Er ist Architekt und beratender Ingenieur, Gründer des Instituts für Leicht­bau Ent­werfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stutt­gart und Initiator des Sonder­forschungs-Bereichs SFB 1244 über „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“. Darüber hinaus ist er Gründer und Ehren­präsident mehrerer gemein­nütziger Initia­tiven wie z.B. dem aed e.V. 2022 wurde er von der Zeit­schrift Cicero als einziger Architekt und Ingenieur in die Liste der 500 wichtigsten deutsch­sprachigen Intellektu­ellen aufgenommen.

Das von ihm gegründete, weltweit tätige Planungs­büro beschäftigt über 350 Mitarbeiter*innen. Das Unter­nehmen bearbeitet alle Typen von Bau­werken und Materialien. Besondere Schwer­punkte liegen auf dem Entwurf und der Planung von Trag­werk, Fassade und Technischer Gebäude­aus­rüstung sowie auf der bau­physikalischen Beratung.

Ziel ist hierbei eine gebaute Umwelt, die atem­beraubend schön ist und die gleich­zeitig den Interessen kommender Generationen gerecht wird – Werner Sobek will für mehr Menschen emissions­frei und mit weniger Material bauen.

DIE 17 SOBEK-THESEN
01. Die Menschheit wächst im Durchschnitt um 2,6 Menschen pro Sekunde.
02. Die große Tragödie der Menschheit besteht darin, dass CO2 durchsichtig und geruchlos ist.
03. Die Menschheit hat kein Energieproblem. Sie hat ein Emissionsproblem.
04. Es ist irreführend, von „erneuerbarer“ Energie zu sprechen.
05. Es ist falsch, den Fokus nur auf die Energieeffizienz in der Nutzungsphase zu richten.
06. Das Bauschaffen produziert zu viel gasförmigen Abfall.
07. Wir müssen mit weniger Stahlbeton bauen.
08. Die Menschheit verfügt über zu wenig Bauholz.
09. Wir brauchen mehr Bäume.
10. Die CO2-Bindungskapazität eines einzelnen Baumes wird völlig überschätzt.
11. Das Bauschaffen verbraucht zu viele Ressourcen.
12. Die Menschen müssen anders bauen.
13. Bauen ist der Produktionsversuch menschlicher Heimat.
14. Die gebaute Welt verlangt eine andere Art von Licht.
15. Wohlstand für alle auf dem bisherigen Niveau der Industrieländer ist nicht möglich.
16. Die große Transformation muss gelingen.
17. Natura mensura est. (Die Natur ist das Maß aller Dinge)

LINKS
Youtube-Kanal von Werner Sobek mit zahlreichen Beiträgen
Themen-Seite des Webauftritts
Fokus-Seite des Webauftritts
Die jüngste Publikation von Werner Sobek

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Veröffentlichung: 24.04.2022

87 — Harald Welzer
Extraausgabe / Demokratie gestalten

Prof. Dr. Welzer studierte Soziologie, Politik­wissen­schaft und Literatur­wissen­schaft und wurde 1988 in Soziologie promo­viert. Er habili­tierte sich gleich zwei­fach – 1993 in Sozial­psycho­logie und 2001 in Sozio­logie. Er war Direktor des Center for Inter­disciplinary Memory Research (CMR) und Leiter ver­schiedener Teil­projekte des Forschungs­schwer­punkts KlimaKultur am Kultur­wissen­schaft­lichen Institut in Essen. Von 2001 bis 2012 war er Professor für Sozial­psycho­logie an der privaten Uni­versität Witten/Herdecke. Welzer ist Mit­begründer und Direktor der gemein­nützigen Stiftung Futurzwei – Stiftung Zukunfts­fähig­keit, die sich das Auf­zeigen und Fördern alterna­tiver Lebens­stile und Wirt­schafts­formen zur Auf­gabe gemacht hat. Seit Juli 2012 ist er Honorar­professor für Trans­formations­design an der Europa-Uni­versi­tät Flens­burg, wo er das Norbert Elias Center for Trans­formation Design & Research leitet. Des­weiteren ist er Affiliated Member of Faculty am Marial-Center der Emory Uni­versity (Atlanta/USA). Er lehrt an der Uni­versität St. Gallen und ist Mit­glied zahl­reicher wissen­schaft­licher Bei­räte und Akade­mien. Schwer­punkte seiner For­schung und Lehre sind Erinner­ung, Gruppen­gewalt und kultur­wissen­schaft­liche Klima­folgen­forschung. Welzer ist Heraus­geber FUTURZWEI, einer viertel­jährlich erscheinen­den Zeit­schrift für Politik und Zukunft. Er ist Best­seller-Autor. Seine Bücher wurden in ein dutzend Sprachen über­setzt. Sein jüngstes Buch „Nach­ruf auf mich selbst. Die Kultur des Auf­hörens“ verfasste er im Anschluss an einen Herzinfarkt, den er glücklicher­weise über­lebte. Das Buch wurde zu einem viel­fach nach­gedruckten Bestseller.

LINKS
Die Rede von Harald Welzer als Youtube-Video
Harald Welzer auf Wikipedia
Konferenz-Dokumentation KONVENT FÜR DEMOKRATISCHES DESIGN / DEMOKRATIE GESTALTEN

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Veröffentlichung: 22.04.2022

86 — Mariana Amatullo
Die Chef-Diplomatin des Social Design

Mariana Amatullo ist außer­ordent­liche Profes­sorin für Strategisches Design und Manage­ment an der Parsons School of Design. Sie ist Mit­glied des Parsons DESIS Lab und des Gradu­ate Minor in Civic Service Design der Uni­versi­tät und fungiert als Vice Provost für Global Execu­tive Edu­cation und strate­g­ische Online-Initia­tiven an der New School, New York. Mariana ist derzeit Präsi­dentin von Cumulus, der inter­natio­nalen Vereini­gung von Hoch­schulen und Uni­versi­täten für Design, Kunst und Medien.

Zuvor war Mariana Mit­be­gründerin und Leiterin der preis­ge­krönten Ab­teilung für soziale Inno­vation, Design­matters, am ArtCenter College of Design in Pasa­dena, Kali­fornien. Marianas akademische Recher­chen und Veröffent­lich­ungen schlagen eine Brücke zwischen den Berei­chen Design und Manage­ment und unter­suchen die Rolle einer Design­haltung als kognitiver Ansatz für soziale Inno­vation und organi­sator­isches Lernen. Zu ihren redaktio­nellen Projekten gehören LEAP Dialogues: Career Pathways in Design for Social Inno­vation als leitende Redak­teurin und das Open-Source-Projekt LEAP Dialogues: The Educator’s Guide.

Als Global Fellow der Royal Society for the Arts (RSA) und von Salz­burg Global hat Mariana zahl­reiche Aus­zeich­nungen erhalten, darunter den Inaugural DELL Award for Out­standing Social Inno­vation Edu­cation (2012). Mariana hält inter­natio­nal Vor­träge über Design und soziale Inno­vation und ist Mit­glied in mehreren Jurys und Bei­räten, unter anderem im Vera List Center for Arts and Politics. Mariana hat einen Doktor­titel in Manage­ment von der Case Western Reserve Uni­versity, einen M.A. in Kunst­geschichte und Muse­ums­­studien von der Uni­versity of Southern Cali­fornia und eine Licence en Lettres von der Sorbonne in Paris, wo sie auch Kunst­ge­schichte an der Ecole du Louvre studierte. Als gebürtige Argentinierin und Kind eines Diplo­maten wuchs Mariana in der ganzen Welt auf.

LITERATUR-EMPFEHLUNGEN
 Design for Social Innovation: Case Studies from Around the world. Co-editors Bryan Boyer, Jennifer May, and Andrew Shea; Routledge, November 2021.
 Design Justice: Community-led Practices to Build the Worlds we Need, by Sasha Constanza-Chock, MIT Press, 2021 
 Designing in Dark Times: An Arendtian Lexicon, edited by Eduardo Staszowski and Virginia Tassinari, Bloomsbury Press, 2020.
 Ethics in Design and Communication: New Critical Perspectives, Laura Scherling, and Andrew DeRosa, ed. Bloomsbury Press, 2020.
 LEAP Dialogues: The Educator’s Guide, editorial team Mariana Amatullo, Andrew Shea and Jennifer May, Designmatters at ArtCenter College of Design, September 2017
 Leap Dialogues: Career Pathways for Designers in Social Innovation, Designmatters at Art Center College of Design, Distributed Art Publishers (D.A.P) July 2016. Editorial team Mariana Amatullo, Bryan Boyer, Liz Danzico, and Andrew Shea

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Veröffentlichung: 18.04.2022

85 — Philipp Langenbach
Grünes Banking – wie geht das?

Philipp Langenbach ist seit März 2022 als General­bevoll­mächtigter Mit­glied der Geschäfts­leitung der UmweltBank und zusätz­lich für den Personal­bereich verant­wort­lich. Zuvor war er seit 2018 Leiter Marketing & PR. Eine klar positio­nierte Marke in einem immer grüner werden­den Markt zu betreuen, em­pfindet er als Heraus­forder­ung, die ihn mit großer Freude er­füllt. Vor der Bank war Philipp Langen­bach 15 Jahre lang bei der Nürn­berger Agentur trieb­werk tätig. Dort hat sich vom student­ischen Texter bis zum Creative Director ent­wickelt und maß­geb­lich den Bereich Marken­beratung für Mittel­ständler mit aufge­baut. Einer der Kunden war die UmweltBank, die nach einem erfolg­reich abge­schlossenen Marken-Relaunch-Projekt die Fühler nach ihm ausstreckte.

LINKS
Website der UmweltBank
Blog Bank & Umwelt
LinkedIn-Profil Philipp Langenbach
Fondsmarke UmweltSpektrum
GABV – Global Alliance for Banking on Values

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Veröffentlichung: 11.04.2022

84 — Judith Block
Über Megatrends, Menschenliebe und Mut

Judith Block stellt sich das Leben als Anein­ander­reih­ung von folgen­schweren Ent­scheidungen vor, die in voll­kom­mener Un­wissen­heit gefällt werden müssen und deren Konse­quen­zen man folg­lich besser mit viel Humor begegnen sollte.

Die erste große Ent­schei­dung war ein Design-Studium an der hfg Offen­bach – ohne zu wissen, was Design über­haupt sein könnte. Was eine gute Designer­in aus­macht, ver­suchte sie dann bis 2018 heraus­zu­finden. Doch statt der Liebe zu den Objekten weckte die Hoch­schule eine Leiden­schaft für große Narrative. Sie gründete zusam­men mit Florian Arnold und Sinja Möller ein Design-Philosophie-Kollektiv, das neue Narra­tive zur digi­talen Öffent­lich­keit suchte und ver­anstal­tete Sym­posien zu Künst­licher Empathie und dem Design von Virtu­ellen Gesichtern. Im Anschluss an ihr Diplom ent­wickelte sie ein Aus­stellungs­format, das den Diskurs um Gesichts­erkenn­ungs-Techno­logien neu er­zählte. Seit 2021 arbeitet sie als Zukunfts­forscherin am Zukunfts­institut, einem Think­tank der sich gesell­schaft­lichen Trends und der Frage widmet, wie sich eine Gesell­schaft ent­wickelt, die das Beste aus sich und der Welt macht. Judith Block ist außer­dem ein großer Fan von Zirkus­artis­tik und nutzt ihre Frei­zeit zum Üben und Lehren von Akrobatik.

LINKS
http://designphilosophy.de
http://aeworldwide.de

TIPPS
Verwobenes Leben.
Geflochtenes Süßgras
Die Compagnie XY im Höhenflug

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Veröffentlichung: 04.04.2022

83 — Anatoli Skatchkov
Man muss immer aus Liebe handeln

Anatoli Skatchkov aka Nathaniel Knop ist preis­ge­krönter Filme­macher, geboren 1968 in eine jüdische Familie in Czernowitz/Ukraine. Nach dem Studium der Psychiatrie sowie der Regie­assis­tenz bei A. Kaidanovsky und K. Zanussi kam er als Nipkow-Stipendiat (Euro­päisches Stipen­dium für Professio­nals in den audio-visu­ellen Medien) nach Berlin. 1995 gründete er seine Firma KINOBRIGADA. Er arbeitete für die Fernseh­kanäle 3SAT und ARTE, für Museen, u.a. das Russische Staats­museum in Sankt-Peters­burg sowie das MAK in Frankfurt. Er lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in Frankfurt am Main.

Filmographie (Auswahl)

1. Regie:

2022 Nathan Farb & the Cold War (Work in Progress) Unterstützt von Hessen Film & Media
2022 In der Luft, da bleibt deine Wurzel (Work in Progress) Unterstützt von Hessen Film & Media
2022 Zeitzeugentheater (Work in Progress) Unterstützt von ZWST
2019 The Watson's Hotel (Audience Award, Lichter IFF, 2019) Unterstützt von der Hessischen Filmförderung und der Akademie der Künste, Berlin
2016 The Storyteller. After Walter Benjamin (Winner, On Art IFF, 2017; Best Documentary 12 IFF, 2019) Unterstützt von Hessische Filmförderung
2011 Pavlik +100
2005 Mikhail Shvartsman. Recognition
2004 Anna Staritsky. La vie collage
2001 Das Nitschewoland (Audience Award, Kassel FF, 2003) Unterstützt von der Hessischen Filmförderung

2. Kamera und Schnitt:

2016 A Gravame –Das Stahlwerk, der Tod, Maria und die Mütter von Tamburi (Winner, Lichter IFF, 2017, Nom. Hessische Filmpreis 2017, Deutsche Filmpreis 2017)
2011 Kein Vertrauen. Keine Angst. Um nichts bitten (Russische Dokumentarfilmpreis 2012), Unterstützt von Hessische Filmförderung
2011 When in Rome
2008 Leningrad – Der Mann, der singt

3. Teilnahme an Filmfestivals (Auswahl):

Frankfurt, Kassel, Krakau, Leipzig, Lissabon, Locarno, Mexico, Milano, Moskau, New York, Nowosibirsk, Perpignan, Pune, Sankt-Petersburg

4. Auftragsprojekte für (Auswahl):

NTV, ZDF, 3SAT, ARTE; Museum für Angewandte Kunst, WELTKULTUREN Museum und Goethe-Museum, Frankfurt; ID-Frankfurt; Russisches Staatliches Museum, Sankt-Petersburg; Hebbel Theater, Berlin; Altana Stiftung, Bad Homburg; Mousonturm; Deutsche Telekom.

LINKS
kinobrigada.de
Link zu Sergei Loznitsas Film, den Anatoli im DDCAST erwähnt: www.vimeo.com

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Veröffentlichung: 28.03.2022

82 — Claudia Díaz Sánchez, Laura Schlotthauer, Katja Lis
Diverse Kommunikation braucht diverse Menschen

Claudia Díaz Sánchez ist in Havanna, Kuba geboren. Als Tochter eines regime­kritischen Schrift­stellers und Filme­machers musste sie mit acht Jahren nach Europa ins Exil, zunächst nach Berlin und dann nach Madrid. Sie studierte Latein­amerika­studien an der Freien Uni­versi­tät in Berlin (FU) und war kurze Zeit wissen­schaft­liche Mit­arbeiter­in am Ost­asiat­ischen Seminar der FU, wo sie jedoch schnell merkte, dass ihr die praktische Arbeit mehr lag. Ihre Agentur­karriere startete sie eben­falls bei Scholz & Friends Agenda, danach war sie über sechs Jahre bei der größten inhaber­ge­führten Agen­tur Service­plan, wo sie verschiedene Karriere­stufen erreichte. 2019 wechselte sie als Standort­leiterin zu ressourcen­mangel und dann in die Geschäfts­führung, wo sie unter anderem für den Bereich Client Services zuständig ist.

Laura Schlotthauer ist gebürtige und stolze Frank­furterin. Aktuell lebt sie, wie sie selbst sagt, im Berliner Exil. Sie studierte Global Media and Communi­cations an der London School of Economics and Political Science in London und an der Annenberg School for Communi­cation in Los Angeles. Nach ihrem Studium war sie wissen­schaft­liche Mit­arbeiterin am Institute of Electronic Business der UDK in Berlin, ent­schied sich dann aber gegen eine wissen­schaft­liche Karriere und startete bei Scholz & Friends Agenda in die Agentur­welt. Nach drei Jahren wechselte sie zu Ketchum Pleon. 2017 über­nahm sie die Leitung des Kampagnen­teams bei ressourcen­mangel in Berlin, zwei Jahre später wechselte sie u. a. für das Thema „Orga­ni­sations­­struk­tur und Zusammen­arbeit“ in die Geschäfts­führung und über­nahm später auch die kauf­männische Leitung des Standortes.

Katja Lis kommt gebürtig aus Leipzig und wuchs seit der Wieder­vereini­gung in Frank­furt am Main auf. Nach dem Kommu­nikations­design­studium an der HfG Offen­bach und der Arbeit in Agen­turen in London und Amster­dam gründete sie 2013 zusam­men mit ihrem heutigen Mann Alexander Lis die Agentur DBF designbüro frankfurt. Die Agentur ist spezialisiert auf Marken­beratung, Corporate Design und UX/UI-Design. Gemein­sam mit Alexander Lis führt sie die Agentur bewusst als Doppel­spitze. Auch in ihrer ehren­amt­lichen Arbeit setzt sie sich für mehr Diversi­tät in Agen­turen ein. Sie ist Beirätin im DDC für Diversity und Mit­initiatorin der Platt­form Women of DDC, welche die Sicht­bar­keit, die Vernetz­ung und das Unter­nehmer­tum von Gestalter­innen stärkt. 2021 ent­wickelte sie die Event­reihe Learn & Burn, ein DDC Lab für Female Leader­ship und Nach­wuchs­förder­ung in der Bran­che. Die Kommuni­kations­designerin Katja Lis arbeitet zudem als Work­shop­leiterin und Moderatorin.

Laura und Claudias Gemein­samkeit

Laura Schlotthauer und Claudia Díaz Sánchez betreiben flexibles Job­sharing: Beide sind Geschäfts­führer­innen der multi­channel Agentur ressourcen­mangel in Berlin, dem mit rund 130 Mit­arbeiten­den größten Standort der Ressourcen­mangel-Gruppe, und Vor­ständinnen im Gesamt­verband Werbe­agenturen (GWA). Dort sind sie für das Ressort Diversity, Equity and Inclusion (DE&I) sowie Arbeits­zeit­modelle zu­ständig und unter­stützen den kulturellen Wandel in den deutschen Kommuni­kations­agen­turen. Die Idee für das Job­sharing hatte Laura, als sie ihr zweites Kind er­wartete. So kam Claudia dazu, als Laura in Eltern­zeit ging und Laura war da, als Claudia ihr erstes Kind bekam. Durch die geteilte Führungs­ver­ant­wort­ung ist es beiden mög­lich, sich zusätz­lich zum Job im GWA ehren­amt­lich zu engagieren.

LINKS Laura & Claudia
www.gwa.de
www.ressourcenmangel.de
www.prmagazin.de/juni-ausgabe-2021

LINKS Laura
www.linkedin.com/in/laura-schlotthauer-5861a112

LINKS Claudia
www.linkedin.com/in/claudia-diaz-570498a1
www.horizont.net/medien/nachrichten/kommunikation-warum-genderneutrale-sprache-gekommen-ist-um-zu-bleiben-189647
www.hintergrund-der-podcast.podigee.io/12-hintergrund-11-geschlechtersensible-sprache-die-rolle-von-kommunikationsberater-innen

LINKS Katja
www.designbuero-frankfurt.de
www.designbuero-frankfurt.de/blog/remote-working/
www.linkedin.com/in/katja-lis-3a6701176/
www.ddc.de/de/magazin/review-learnandburn.php
www.ddc.de/de/puls/women-of-ddc.php

LITERATUR Laura
Peter Brook: The Empty Space
Manuel Castells: The Rise of the Network Society
Katharina Grossmann-Hensel: Eltern richtig erziehen (Kinderbuch)

LITERATUR Claudia
Adam Grant: Think again
Elif Shafak: How to stay sane in an age of division
Jeffrey Eugenides: Middelsex
Judith Butler: Undoing gender

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Veröffentlichung: 21.03.2022

81 — Ondřej Chybík
Driven by ego, curiosity and naivety

Ondřej Chybík (*1985, Brünn, Tschechische Republik) ist Mit­be­gründer des Studios Chybik+Kristof mit Sitz in Prag, Brünn und Bratis­lava. Er studierte Archi­tektur und Städte­bau an der Tech­nischen Uni­ver­si­tät Brünn in der Tschech­ischen Repu­blik, an der TU Graz in Öster­reich und an der ETH Zürich in der Schweiz. Seine Arbeiten wurden im MoMA NYC als Teil der Aus­stel­lung Uneven Growth aus­ge­stellt. Er arbei­tete im Atelier Vienne-se, PPAG. Derzeit lehrt er an der Fakul­tät für Kunst und Archi­tektur der Tech­nischen Uni­versi­tät Liberec, Tschech­ische Repu­blik. Er lehrte an der Fakul­tät für Archi­tektur der Tech­nischen Uni­versität Brünn und war Gast­kritiker an der Fakul­tät für Archi­tektur der Slowakischen Tech­nischen Uni­versi­tät in Bratis­lava, Slowakei, an der Fakul­tät für Kunst und Archi­tek­tur in Liberec, Tschech­ische Repu­blik und am Politec­nico di Milano, Italien. Er war Mit­glied in inter­natio­nalen Jurys von Archi­tektur­wett­be­werben und natio­nalen Archi­tektur­preisen in der Slowa­kei und der Tschech­ischen Republik. Zusam­men mit dem Studio hat er eine Reihe von Aus­zeich­nungen er­halten, darunter den AR Design Vanguard 2019, und nahm mit dem Projekt OUT-HABIT an der Archi­tektur­bien­nale von Tiflis teil.

LITERATURTIPPS
El Croquis (all issues)
S,M,L,XL
Vladimir Dedecek - Interpretations of his Architecture

LINKS
chybik-kristof.com

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Veröffentlichung: 14.03.2022

80 — Marie Josephine Eckloff
Licht ins Dunkel bringen

Marie Josephine Eckloff arbeitet seit Anfang 2022 als Junior Strategist bei blocher partners sens in Stutt­gart, wo sie zuvor als Junior-Innen­archi­tek­tin beschäf­tigt war. Ihre Themenfelder sind u.a. Work­shop-Begleit­ungen, Konzept- und Präsen­tations­arbeiten. Während der Schul­zeit am Ernst-Barlach-Gym­nasium in Schön­berg, MV, absol­vierte sie einen Auslands­aufent­halt an der Brandon High-School, Minne­sota, USA. Nach dem Abitur in 2014 studierte sie Produkt­gestal­tung an der HTW Dresden und der HS Augs­burg, mit einem Master­ab­schluss in Design- und Kommuni­kations­strategie. Praktika führten sie zu Galleria – Ein­richtungen und Stoff­kontor, Lübeck; Pohl Immo­bilien, Lübeck; STRAIGHT design, Viktor Erlandsson, Stock­holm. Als Werk­studentin war sie im For­schungs­pro­jekt der HTW Dresden zur Visuali­sierung von Stadt­planungs­pro­zessen aktiv sowie bei der Coalo GmbH in Augs­burg, zu­ständig für die Gestaltung von Digital- und Print­medien. Als Medien­gestalterin war sie bei der Speakers Ex­cel­lence Deutsch­land Holding GmbH in Stutt­gart tätig. Sie war Fina­listin und Preis­geld­ge­win­nerin (2021) beim „Was ist gut?-Wett­bewerb“ des DDC und wurden mit einer Award-Nomi­nierung (2021) für den New­comer­preis des German Design Awards aus­ge­zeich­net. Sie gewann den Hans-Benedikt-Preis (11/2019) für Soziales Engage­ment beim Sprach­paten­programm der Augs­burger Diakonie.

LITERATURTIPPS
1. Hört ihr die Kinder weinen: Eine psycho­genetische Geschichte der Kind­heit, von Lloyd deMause
2. Psychologie der Macht: Kriegen was wir wollen, von Michael Schmitz
3. Wir Kinder der Gewalt, von Miriam Gebhardt
4. Schattenkinder. Hinter Torgauer Mauern, von Heidemarie Puls
5. Die geprügelte Generation: Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen, von Ingrid Müller-Münch

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Veröffentlichung: 07.03.2022

79 — Kai Vöckler und Peter Eckart
Mobilität neu denken und gestalten

Prof. Dr. Kai Vöckler ist Urbanist in Offenbach am Main. Gründungs­mitglied von Archis Inter­ventions. Stadt­ent­wicklungs­pro­jekte in Deutsch­land und Süd­ost­europa. Stadt­forschungs­projekte in Europa und Asien. Wett­be­werbe und städte­bau­liche Projekte mit Land­schafts­archi­tekten und Archi­tekten. Publi­kationen zu kunst­theo­retischen und urbanis­tischen Themen. Promotion in Kunst­wissen­schaft über Raum­bilder des Städt­ischen. Kurator von Aus­stell­ungen an euro­päischen Kultur­insti­tu­tionen. 2010–2021 Stiftungs­pro­fessur für Krea­tivität im urbanen Kon­text, seit Winter­semester 2021 Pro­fessor für Urban Design am Fach­bereich Design der Hoch­schule für Gestaltung (HfG) Offenbach.

Peter Eckart ist Designer in Frankfurt. Er studierte an der GHS Wuppertal und der HfbK Hamburg bei Prof. Peter Raacke und Prof. Dieter Rams. Bis 1993 arbeitete er als Produkt­designer bei Braun. Bis 2000 arbeitet er gemein­sam mit Olaf Barski als Eckart+Barski Design und gründet mit Bernd Hilpert unit-design in Frankfurt und Bern. Für Kunden wie die Stadt Frankfurt, EZB, FraPort, Luft­hansa, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, City of Riyadh, Roche, Siemens u.a. entwickelt das Büro Projekte im Bereich Informations-Mobility und Public Design. Nach Lehr­auf­trägen an der Hoch­schule Darm­stadt ist Peter Eckart seit 1999 Professor für „Integrierendes Design“ an der HfG-Offenbach und Vize­präsident. Zusam­men mit Kai Vöckler hat er den Forschungs­schwer­punkt Mobilitäts­design etabliert.

Kai und Peter betreiben Design­forschung an der HfG Offen­bach, wobei sie betonen, dass es zu den zukünf­tigen Auf­gaben des Designs gehört, die Ent­wicklung inno­vativer Methoden und spezi­fischer Werk­zeuge und Strate­gien effi­zienter und sicht­barer zu machen, um zukunfts­fähige und nach­haltige Projekte im Mobilitäts­bereich zu befördern und die Akzep­tanz in der Bevöl­kerung zu steigern.

Wissenschaftliche Handlungs­felder wie Verkehrs­planung, Sozial­wissen­schaft­liche Mobilitäts­forschung, Kognitions­psycho­logie, Archi­tektur, Infor­matik werden in dem Forschungs­schwer­punkt Mobilitäts­design mit Design­forschung zum Thema Mobilität ver­bunden. Das am Fach­bereich ange­siedelte Design­institut für Mobilität und Logistik (DML) widmet sich diesen Themen und bearbeitet diese wissen­schaft­lich. Seit 2014 wurden zahl­reiche Forschungs­projekte in diesem Themen­bereich durch­geführt. Aktuell schließen sie ihr bis­lang größtes Projekt, den inter­diszi­plinären LOEWE-Forschungs­schwer­punkt „Infrastruktur – Design – Gesell­schaft“ (gefördert aus dem hessischen Exzellenz­initiative) ab. Vier Jahre wurden systema­tisch die Anforder­ungen an die Gestal­tung einer neuen, ver­netzten und multi­modalen Mobili­tät im Ballungs­raum Rhein-Main unter­sucht. Unter Feder­führung der HfG Offen­bach arbeiteten zwanzig Wissen­schaftler­*innen von der HfG, der Frank­furt UAS, der Goethe-Uni und der TU Darmstadt an gemein­samen Fragen. In Kooperation mit der Stadt Offen­bach das vom Bundes­forschungs­ministerium geförderte Projekt „InterMoDe – Aufbau eines inter­modalen kommu­nalen Mobilitäts­ystems“ sowie als Teil eines Konsor­tiums im Auftrag des Eisen­bahn­bundes­amts die Ent­wick­lung eines Maß­nahmen­katalogs für den „Bahnhof der Zukunft als Kern multi­modaler Mobilitäts­platt­formen in Kommunen“.

LINKS
www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5569-8/der-offenbacher-ansatz
www.project-mo.de
www.unit-design.de
www.wikipedia.org/wiki/Peter_Eckart_(Designer)
www.jovis.de/de/buecher/details/product/mobility-design-band-1-praxis

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Veröffentlichung: 28.02.2022

78 — Christine Fehrenbach
Mode als Transformationstreiber

Christine Fehrenbach ist Dipl. Designerin und Foto­grafin. Sie ist eine gut ver­netzte Macherin und bekleidet das Amt der Vor­stands­vor­sitzende von Hessen­design. Schwer­punkt­mäßig beschäftigt sie sich mit Creative Brand Consulting und Sustain­able Trans­formation. Bis 2016 war sie als Bereichs­leiterin für Marke, Kom­muni­kation, Sorti­ment bei der Manufactum GmbH für die strategische Weiter­ent­wicklung und Trans­formation verant­wort­lich. Sie ent­wickelte gemein­sam mit zwei anderen Designer­innen das multi­mediale Format Come Closer, das Sustain­able Design­forum im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt. In einem neu­artigen Veranstaltungs­typus werden Vortrag, Diskurs, Film, Litera­tur und Aus­stellung zusammen­geführt. Davor war sie als Creativ­directorin in inter­natio­nalen Agen­turen tätig. Mit ihrem Studio Christine Fehren­bach. Consulting ent­wickelt sie heute ganz­heit­liche Marken­kon­zepte. Besonders wichtig ist für sie die Ver­mitt­lung zwischen Experten und Dienst­leistern aus Wirt­schaft, Hoch­schulen, Kultur, Kunst und Design. Im Januar 2022 präsen­tierte sie unter dem Titel „Transforming Frankfurt Fashion – The Frankfurt Fashion & Design Forum“ im Rahmen der Frankfurt Fashion Week, Exponate von Designer­*innen und Künstler­*innen, die sich mit nach­haltiger Mode aus­ein­ander­setzen – Präsen­tat­ionen, Per­formance, Installa­tionen, Schau­fenster­talks und Podiums­ge­spräche on/offline luden Bürger­*innen ein, nach­haltig agierende Designer­*innen der Region wahr­zu­nehmen und zu sprechen. Neben ihrer Funktion als Vor­stands­vor­sitzende von Hessen Design e.V. ist sie als Jury­mit­glied in Design- und Fashion-Wett­be­werben tätig, hält Vor­träge und moderiert Panels.

LINKS
www.christinefehrenbach.de
www.linkedin.com/in/christine-fehrenbach-73389339
www.instagram.com/christine.fehrenbach

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Veröffentlichung: 21.02.2022

77 — Britta Wagemann und Samson Kirschning
Design-Interventionen im Reallabor Stadt

Britta Katrin Wagemann und Samson Kirschning sind Mit­­glieder von RAAMWERK – Studio für Kunst, Sozial, Kommerz, in Kassel, das sich mit Inter­­ventio­nen im öffent­lichen Raum einen Namen ge­macht hat. Besonders das Projekt „Freiluft­experiment Untere König­strasse“ aus dem Jahr 2021 zeigt, wie eine Designer­*innen-/Künstler­*innen­gruppe, durch das Still­legen einer Durch­gangs­straße, soziale Inter­aktionen und Kom­mu­ni­kation in Gang bringen kann, wo zuvor Lärm und Ver­kehr war. Die Straße liegt über­dies in einem sozialen Brenn­punkt, der durch Armut und Klein­krimi­nali­tät geprägt ist. Dort ent­stand für einen Monat ein Park der Kommu­nikation. Die beiden sind zusam­men mit dem RAAMWERK-Team gerade dabei, aus dem Projekt ein Social Startup zu gründen.

Britta (*1988) bezeichnet sich u.a. als Prozess­forscherin, Schnitt­stellen­managerin, Corporate-Strategin und Multi­dilettantin. Sie ist im Haupt­beruf Art Direction Marketing und Com­muni­cation bei AMBION GmbH. Seit 2017 ist sei bei RAAMWERK dabei und hat in dieser Zeit ge­holfen, zahl­reiche Formate sozialer Inter­aktion mit Mitteln des Design zu ent­werfen. Sie arbeitet als Kommuni­kations­designerin auch unter dem Label „brittakawa“. Nach Stationen bei „motto. visual solutions“ in Istanbul/Türkei, „Studio Dumbar“ in Rotter­dam/Nieder­lande, hat sie am „sweet mother“ – Design & Travel Projekt in Ghana/West­afrika mit­gewirkt. Sie hat in u.a. folgende Awards oder Nomi­nierungen gewonnen: Was ist gut?, Aus­zeich­nung, Wett­be­werb Deutscher Designer Club e.V.; Preis­trägerin „Ab in die Mitte!“ Land Hessen; Nomi­nierung Deutscher Engage­mentsPreis; Fair­wandler­preis, Karl Kübler Stiftung; Preis­trägerin Kunst­förder­preis der Stadt Kassel. Sie ist u.a. Mitglied im Netz­werk Karriere-Mentoring DIVERS Uni­versität Kassel und be­kleidet eine Lehr­tätigkeit an der Kunst­hochschule Kassel.

Samson (*1989), der sich auch als Begegnungs­gestalter und Haus­meister-Designer bezeichnet, interes­siert sich für den intell­ektu­ellen und kommuni­kativen Aus­tausch. Er hat Vor­träge und Sym­posien organi­siert. Neben Lehr­auf­trägen in den Themen­feldern Frei­raum­planung und Land­schafts­architektur hat er am „sweet mother“ – Design & Travel Projekt in Ghana/West­afrika mit­gewirkt. Er arbeitet als Komm­unikations­designer auch unter dem Label „samson­apfel“. Er hat unter anderem folgende Awards, Preise oder Nomi­nierungen erreicht: Was ist gut? Aus­zeichnung Wett­be­werb Deutscher Designer Club e.V.; Preis­träger „Ab in die Mitte!“ Land Hessen; Deutscher Engage­ments-Preis Nomi­nierung; Fair­wandler­preis, Karl Kübler Stiftung Raamwerk; Kultur­förder­preis, Stadt Kassel. Bereits in seiner Heimat­stadt Berlin hat er in sozialen Projekten mit­ge­arbeitet, bevor er an der FH Potsdam seinen Bachelor ab­legte und schließ­lich 2019 den Master in Visu­eller Kommuni­kation an der kunst­hochschule kassel erwarb. Seine Arbeit findet stets an der Schnitt­stelle verschiedener Design­diszi­plinen statt.

LITERATUR
Samsons Abschlussarbeit und quasi die Vorarbeit für das Freiluft-Experiment als PDF
Das vielfach prämierte Kreativbuch Nea Machina
„Organisiert euch!“ Das Handbuch für stadtmachenden Initiativen
„To Do“ The book about digital and social transformation

LINKS
www.raamwerk.de
www.instagram.com/raamwerk.de

www.freiluft-experiment.de
www.bunterbeton.org/podcast-folgen/raamwerk

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Veröffentlichung: 14.02.2022

76 — Imran Ayata
Erst mal alles in Frage stellen

Imran Ayata ist 1969 in Ulm geboren. Er studierte Politik­wissen­schaft und ist seit 2013 geschäfts­führen­der Gesell­schafter der Berliner Kampagnen Agentur BALLHAUS WEST sowie seit 2019 Vorstand des Gesamt­verband Werbe­agenturen GWA. Er hat ein umfang­reiches schrift­steller­isches Werk. Mit Hürriyet Love Express (2005) legte er seinen ersten Erzähl­band vor. 2011 erschien der Roman Mein Name ist Revolution, der zahl­reiche positive Rezen­sionen erhielt. 2015 erschien im Ver­brecher Ver­lag sein Roman Ruhm und Ruin. Der Roman basiert auf dem Theater­stück Liga der Verdam­mten, das er zusam­men mit dem Regisseur Neco Çelik 2013 im Berliner Ball­haus Naunyn­straße auf die Bühne brachte. Gemein­sam mit Bülent Kullukcu gab er im Oktober 2013 die CD Songs of Gast­arbeiter Vol. 1 bei Trikont heraus. Zuvor waren von ihm bereits literarische Bei­träge in Zeit­schriften und Sammel­bänden in Deutsch­land und der Türkei erschienen. Er war Mit­begründer der Gruppe Kanak Attak und Redakteur von Die Beute. Zeit­schrift für Politik und Ver­brechen. 2022 wurde die CD Songs of Gast­arbeiter Vol. 2 bei in der Schau­bühne am Lehniner Platz, Berlin im Rahmen eines Live­konzerts gelauncht.

Ihr hört in dieser Folge folgende Aus­schnitte aus Liedern aus dem Album Songs Of Gastarbeiter Vol. 2:
09 – Minotauros – Artesiano
02 – Ali Baran – Ax Baba
15 – Rembetes – Der neue Ciftellitanz

LINKS
Website BALLHAUS WEST: www.ballhauswest.de
Zu Kanak Attak: www.wikipedia.org
Songs of Gastarbeiter Vol. 2 bei trikont: www.trikont.de

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Veröffentlichung: 07.02.2022

75 — Ricky Saward
Vegane Sterne

Ricky Saward (*1989) ist Küchen­chef und Gesell­schafter des Restaurants Seven Swans in Frankfurt am Main, das vom Guide Michelin 2020 zum welt­weit ersten veganen Sterne­restaurant gekürt wurde. Nach der Koch-Ausbildung arbeitete er in Spitzen-Restaurants zunächst in Wien, dann auf der Süd­halb­kugel in Sydney, Auckland und Wellington. Zurück in Deutsch­land kam er über die Sterne­küche der Villa Merton zum damals vege­tarischen Restaurant Seven Swans. 2019 wurde er für seine vege­tarische Küche mit dem Michelin-Stern ausge­zeichnet. Somit war er einer von fünf vegetarischen Sterne­köchen der Welt. Außer­dem wurde seine nach­haltige Weise zu kochen, 2019 mit dem welt­weit ersten Nach­haltig­keits­preis des Guide Michelin ausge­zeichnet. 2020 folgte der grüne Stern des Guide Michelin, der für Nach­haltig­keit steht. Mitte 2019 ent­schloss er sich komplett auf tierische Produkte zu ver­zichten und sich mehr auf Produkte aus dem eigenen Anbau und der Region zu konzen­trieren. Für seine rein pflanz­liche Küche wurde er 2020 erneut mit dem Michelin-Stern ausge­zeichnet. Er war der erste vegane Sterne­koch welt­weit. Seit 2021 ist Saward auch Mit­eigen­tümer und Geschäfts­führer des veganen Restaurants Seven Swans in Frankfurt am Main.

LINKS
www.sevenswans.de
www.instagram.com/sevenswansfrankfurt

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Veröffentlichung: 31.01.2022

74 — Martí Guixé
Der Ex Designer

Martí Guixé (*1964) ist ein spanischer Designer, der in Barcelona und Berlin lebt. Studium der Innen­archi­tektur an der Elisava in Barcelona und des Industrie­design an der Scuola Politecnica di Design di Milano. 2001 etablierte er den Begriff „Ex-Design“, um sich gegen die begrenzten Möglich­keiten des traditio­nellen Designers zu positio­nieren. Er lehnt Design als stilisiertes Objekt und Form ab. Anstatt bestehende Produkte umzu­ge­stalten, will er unsere Art und Weise des Sehens und Denkens ver­ändern. Sein Ansatz spiegelt sich in der häufigen Ver­wendung von Weg­werf- oder Billig­materialien und dem flüchtigen Charakter vieler seiner Arbeiten. Seine Sensi­bilität für schnell ver­fügbare, auf den Massen­konsum aus­ge­richtete Materi­alien, hat ihn zu einem wichtigen Inno­vator im Food-Design gemacht. Er verstand das Food-Design als Möglich­keit, Strukturen rund um Lebens­mittel, die Industrie und den Ver­braucher neu zu be­werten und zu ge­stalten. Er arbeitete im kommerziellen Bereich für Marken wie Camper, Alessi, Danese, Dentsu, Desigual, Drill, Droog Design, Magis, Nani Marquina, Vitra und andere. Auf er anderen Seite weckten seine Arbeiten rasch das Interesse der Kunst­welt. Seine Entwürfe, Installa­tionen und Perfor­mances wurden in zahl­reichen internationalen Gruppen-Ausstel­lungen und Einzel­projekten gezeigt, darunter im MOMA, Centre Georges Pompidou, Design Museum London, Centre d’Art Contemporain Genève, National Art Center Tokyo und Museum für angewandte Kunst.

LINKS
Statement chairs: Honour cheap furniture
Radical coupage theory
CityDiaries, Palomar 2021
On flower power; Galleria Nazionale di Roma, 2019
Beermug, Estrella Damm, 2019
Camper Walk in Progress, 1999
Social Texture T-Shirts, The Original Cha Cha, 2003
I-cakes, 2001
Fish Futures, Galeria H2O Barcelona, 1998
SPAMT + Techno-tapas Bar, La Sala Vinçon, Barcelona 1997

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Veröffentlichung: 24.01.2022

73 — TheJoCraft
Der digitale Baumeister

Josef Heinrich Bogatzki, aka. TheJoCraft, wurde 1996 in Münster geboren. Schon in seiner Kind­heit prägte ihn die Begeisterung für die Musik (er spielt Klavier, Klari­nette und Orgel) und für das kreative Spielen (Lego, Fischer­technik und schließlich Minecraft).

2014 belegte Josef den ersten Platz beim Bundes­­wett­bewerb „Jugend präsentiert“. Nach seinem Abitur absolvierte er zunächst sein Kirchen­musik­examen und studiert nun Musik und Germanistik an der WWU Münster.

Nebenbei ist er als Organist und Kantor in seiner Orts­gemeinde tätig. Seinen 2011 gegrün­deten YouTube-Kanal pro­fessio­nali­sierte er im Jahr 2016. Seither baute er eine Reich­weite von über 320.000 Abon­nenten und Multi­millionen Klicks auf und streamt seit 2019 erfolg­reich auf der Platt­form Twitch.

Darüber hinaus be­schäftigt er sich mit dem Themen­gebiet der Gamifi­cation und ko­operiert mit diversen Firmen, Städten und Organi­sationen. Mit seinem Kanal­motto „Mine­craft mit Niveau und Ver­stand neu erfahren“ möchte er zeigen, dass Computer­spiele – besonders Mine­craft – Kreativi­tät fördern und zugleich päda­gogisch wertvoll sind.

LINKS
youtube.com/thejocraft
twitch.tv/thejocraft_live
instagram.com/josef__heinrich
thejocraft.de

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Veröffentlichung: 17.01.2022

72 — Elvira Breit / Patrick H. Nagel / Klaus K. Loenhart
Lernen, Sehen, Atmen
WAS IST GUT – Die Gewinner


Elvira Breit arbeitet bei als Junior Art Directorin bei der Werbe­agen­tur Service­plan in Mün­chen. Dies war, auf Basis Ihres Migrations-Hinter­grundes und zum Zeit­punkt Ihres Haupt­schul­ab­schlus­ses, keines­wegs ab­sehbar – dass sie es ein­mal so weit bringen würde. Alle legten ihr nahe, doch Kassier­erin zu werden, da würde sie etwas ver­dienen. Mehr sei nicht drin mit diesem Ab­schluss. Elvira akzep­tierte dieses Schick­sal nicht. 5 Schul-/Hoch­schul­ab­schlüsse weiter, gewann sie mit Ihrer App „Alles statt nix“ den 1. Preis in der Kategorie Kommuni­kation des Wett­be­werbs WAS IST GUT 2021 des DDC.

Patrick Henry Nagel kam durch ein Projekt an seiner Hoch­schule zu „The One Dollar Glasses“. Zu­sam­men mit seinem Partner Nils Körner nennen sie sich Haus Otto. Ihr Projekt be­schäftigt sich auf spieler­ische Weise mit der von Martin Aufmuth ent­wickelten Biege­maschine zur Her­stellung von Brillen. Der Hinter­grund ist ein­fach und zu­gleich dramatisch: Aktuell benötigen 150 Millionen Men­schen eine Seh­hilfe, viele haben je­doch keinen Zu­gang oder die finan­ziellen Mittel. Mit diesem Projekt gewan­nen die beiden den ersten Preis in der Kategorie Produkt.

Prof. Klaus Klaas Loenhart ist Chef von terrain:integral design, einem Planungs­büro in Graz und München. Und er ist Hoch­schul-Profes­sor. Er hat u.a. einen Ab­schluss in Architektur­theorie der Harvard Graduate School of Design. Klaus be­schäftigt sich mit Atmen – nicht nur bei seinen Yoga-Übun­gen. Das Projekt, mit dem er den 1. Preis in unserer Kate­gorie Raum gewann, ist das Breathing Head­quarter für die Firma GRÜNE ERDE. Dieses Gebäude atmet, lässt Menschen, Pflanzen, Klima und Bio­diversi­tät, wie er sagt, gleich­be­rechtigt als Stake­holder zu Wort kommen. Es ist, wie er sagt: „Mehr als menschen­freund­lich, es ist auch freund­lich zu unserem Planeten.“

LINKS
Elvira Breit
Patrick Henry Nagel
Klaus Klaas Loenhart

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Veröffentlichung: 10.01.2022

71 — Katja Filippenko und Philip Weyer
Der vegane Party Kracher

Katja Filippenko ist in St. Petersburg geboren und in Bad Homburg aufge­wachsen. Sie hat Jura in Heidel­berg mit Schwer­punkt auf Völker­recht studiert und am MPI für aus­ländisches öffent­liches Recht gear­beitet. Während ihres Studiums enga­gierte sie sich bei mehreren Menschen­rechts­organi­sationen und nahm erfolg­reich an inter­natio­nalen Wett­be­werben Teil. Nach Ihrem Ab­schluss hat sie mehrere Jahre lang bei SAP als Global Licensing Managerin gear­beitet und als Sustain­ability Champion Nach­haltig­keits­initia­tiven geleitet. Als Catalyst hat sie neben­bei Start-ups betreut und Design Thinking Work­shops durch­ge­führt. Bei ihrem Social Sabbatical in Kambodscha, wo sie als DT & BMI Coach tätig war, hatte sie vor allem mit zwei Sachen zu kämpfen – zum einen die Heraus­forder­ungen der Umwelt­ver­schmutzung und der Mangel an Unter­nehmen, die dieses Thema an­gehen und zum anderen die triste und schwierige vor­herr­schende Unter­nehmens­kultur, an der die junge Genera­tion nicht teil­haben wollte. Nach diesem Aufent­halt stand fest, dass sie ihr eigenes Purpose­unter­nehmen auf­bauen möchte, wo die Menschen mit ganzem Herzen daran arbeiten gesell­schaft­liche Probleme zu lösen und zu­gleich bei Ihrer und für Ihre Arbeit wert­ge­schätzt werden.

Philip Weyer, geboren bei Köln, studierte Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel mit Fokus auf die Gestaltung möglichst nachhaltiger Produkte. Neben den Untersuchungen, was Nachhaltigkeit alles sein kann und wie man mit Gestaltung einen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft und Umwelt haben kann, mag er Produkte/Projekte, mit denen man Geschichten erzählen kann. Eines seiner erklärten Ziele ist es, Produkte zu verkaufen/präsentieren, ohne sie als „nachhaltig“ zu kommunizieren – sind sie natürlich, Sie sollen aber mit anderen Aspekten überzeugen.

Zu Saat­konfetti kam Katja, als Philip sie beim Crowd­funding ange­schrieben hat. Die beiden kannten sich bereits seit einiger Zeit durch einen gemein­samen Freundes­kreis und so bot sie ihm an ein Coaching durch­zu­führen. Nach dem ersten offiziellen Treffen in Köln zusam­men mit Chris und Philip ist sie dann einfach geblieben und hat mit den beiden aus der Idee ein Unter­nehmen aufgebaut.

Und so wurde aus der Idee Saatgutkonfetti – ein Sozialunternehmen.

LINKS
www.saatgutkonfetti.de
www.send-ev.de
https://projecttogether.org
www.goodbuy.eu
http://wildbienen.de

Auswahl aus der Konfetti-Playlist:
Pa auf die Welt auf, Willy Millowitsch
Farben, Jaques Palminger
Wann strahlst du?, Jaques Palminger
If I was a Folkstar, The Avalanches
Zeit für Konfetti, Julian Sengelmann
Popurri Oaxacaqueno, Tropicales Del Istmo
The Spirit, Konig Saatgut

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Veröffentlichung: 20.12.2021

70 — Klement Tockner
Einmal verloren ist immer verloren

Klement Tockner, seit 2021 General­direktor der Senckenberg Gesell­schaft für Natur­forschung, leitet gemein­sam mit dem Direk­torium die opera­tiven Geschäfte der Gesell­schaft. Sein er­klärtes Ziel ist es, durch die im Forschungs­pro­gramm fest­ge­schrie­bene ganz­heit­liche Geo­bio­diversi­täts­forschung einen zukunfts­weisen­den Bei­trag zur Be­wäl­ti­gung der großen Heraus­forder­ungen des Anthropozäns zu leisten.

An den elf Standorten der Senckenberg Gesell­schaft für Natur­for­schung arbeiten bundes­weit rund 950 Senckenberg-Mit­arbeiter­*innen aus 40 Nationen. Im Dialog mit Akteuren aus Wissen­schaft und Praxis er­forscht die Senckenberg Gesell­schaft mit inno­vativen Methoden gesamt­gesell­schaftliche Zukunftsfragen.

Klement Tockners Forschungs­interesse gilt der Dynamik, der Biodi­versi­tät und dem nach­haltigen Manage­ment von Ge­wässern. Er forscht an der Schnitt­stelle verschie­dener Dis­ziplinen, wie etwa der Ökologie, der Geo­morpho­logie und der Hydro­logie. Dabei kombi­niert der gebürtige Öster­reicher Grund­lagen­forschung mit an­wendungs­orien­tierter For­schung und ver­knüpft natur- mit sozial­wissen­schaft­lichen Themen. Zudem berät er inter­natio­nale Forschungs­ein­richtungen in deren strategischen Entwicklung.

Seit Januar 2021 hat er eine W3-Professor für Ökosys­temwissen­schaften am Institut für Bio­wissen­schaften der Goethe-Uni­versität Frankfurt am Main inne.

LINKS
https://www.senckenberg.de
https://www.uni-frankfurt.de
https://www.leibniz-gemeinschaft.de
https://www.leopoldina.org
@KlementTockner

LITERATUR
Tockner K., Zarfl C. & Robinson C.T. (2021, Eds) Rivers of Europe. Elsevier. 942pp.

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Veröffentlichung: 13.12.2021

69 — Agnesa Kolica
Social Design for Innovation

Agnesa Kolica ist geschäfts­führende Vorstän­din und, zusammen mit Dr. Tina Roeske, Gründer­in von family playdates e.V. „Für ein echtes Miteinander – spielerisch und generations­über­greifend als Gesell­schaft zusam­men­wachsen“. Unter diesem Motto ist der social start-up seit 2016 am Start. Das Projekt ist im Rahmen der „People for People“-Initia­tive der Max-Planck-Gesell­schaft ent­stan­den. Agnesa hat, durch ihre eigene Flucht­bio­grafie, einen sehr direkten Zu­gang zum Thema. Die Polito­login ver­eint, auch durch ihre Arbeit am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, wissen­schaft­liche und prak­tische Kennt­nisse. Seit 2016 hat family play­dates hunderte Menschen zusammen­ge­bracht. Familien mit und ohne Flucht­geschichte werden zu Spiel­treffen und kultur­ellen Akti­vi­täten eingeladen. So bringen sich Menschen aller Genera­tionen und mit ver­schiedenen kultur­ellen Hinter­gründen ihre Welten näher – spieler­isch und auf Augen­höhe. Dabei spielt Design eine zentrale Rolle im Sinne von Ezio Manzinis „Design for social innovation“. Gefördert und geehrt wurde family playdates viel­fach, u.a. mit der Aus­zeichnung durch Bundes­kanzlerin Angela Merkel im Rahmen des 15. Startsocial Wett­be­werbs; das Halb­finale Hessischer Gründer­preis, als Gewinner des Crowd­funding­contest Deutscher Integrations­preis der Hertie Stiftung; im Rahmen des AndersGründer Programm gefördert durch Social Impact Lab Frank­furt & KfW Stiftung sowie im Chancen­Nutzer Pro­gramm gefördert durch Social Impact Lab Frankfurt & JPMorgan Chase Foundation.

LINKS
www.family-playdates.org
www.instagram.com/family.playdates
www.facebook.com/familyplaydatesffm

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Veröffentlichung: 06.12.2021

68 — Frank Wagner
What’s the value of design

Frank Wagner gehört zu den renom­mier­tes­ten Kommu­nikations­designern; mit 500 Awards liegt sein Studio hw.design klar in der Spitzen­gruppe der Preis­träger. Nach dem Grafik­design Studium in Stutt­gart war er zunächst Art Director bei h,t,p, in München, dann bei Scholz & Friends, Hamburg und schließ­lich Creative Director bei fest und frei in München tätig. Als Mitgründer von häfelinger + wagner Design, München und schließ­lich der hw.design gmbh in München wurde er zum Unter­nehmer und einem Chef des stets wachsen­den Unter­nehmens.

Die Transformation der Design­branche war für das Studio von Anfang an eine stetige Heraus­forder­ung, auch die Frage, was Design für Kunden über­haupt bringt. Um hier klar Position zu beziehen, veröffent­lichte er vor 6 Jahren das Buch „The Value of Design“ im Hermann Schmidt Verlag, Mainz. Eben­falls 2016 startete hw.design mit der Publi­kation eines eigenen, inter­natio­nalen Gesell­schafts­magazins, dessen Heraus­geber und Chef-Redakteur Frank ist: nomad. Als Mit­glied im Type Directors Club New York, der Typo­grafische Gesell­schaft in München bei if-Design und im Deutschen Designer Club bezieht er Stellung, ist Mit­glied zahl­reicher Jurys und versucht Design einen größeren Stellen­wert in der Gesell­schaft zu geben.

LINKS
www.hwdesign.de
www.the-nomad-magazine.com

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Veröffentlichung: 29.11.2021

67 — Constanze Hosp & Nadine Podewski
Wie Designerinnen gutes Leben gestalten

Constanze Hosp und Nadine Podowski haben u.a. an der Burg Giebichen­stein Kunst­hoch­schule Halle Design studiert. Die 1915 ge­grün­dete Kunst­hoch­schule ist mit über 1000 Studieren­den eine der größten Deutsch­lands. Nach Nadines Diplom in Produkt­design/Glas- und Keramik­design und Constanzes M.A. in Industrie­design, absol­vierten sie zahl­reiche Praktika im Ausland, z.B. in Amster­dam und Valencia, und sie haben eine ganze Reihe renom­mierter Design-Preise ge­won­nen. Daneben – und das interes­siert uns beim DDCAST mindestens ebenso sehr – haben sie harmon­ische Bezieh­ungen auf­ge­baut, Kinder zur Welt ge­bracht, Familien ge­grün­det und in Halle ein bundes­weit einzig­artiges Projekt hoch­ge­zogen. Es heißt „feingemacht – Kunst & Design / Café“. Dort sind die beiden Geschäfts­führer­innen, Kuratorin­nen, Motiva­torin­nen, Moderatorin­nen, Bäcker­in­nen, Kummer­kasten und Unter­nehmer­innen. Und sie ent­wickeln in den Werk­stätten selbst­ver­ständ­lich auch eigene Designs: Schmuck- und Keramik. Bei feingemacht sind unter­dessen 90 Künstler­*innen und Designer­*innen aktiv engagiert. Es ist ein beachtens­werter Hybrid aus Fach­ge­schäft, Produzent­*innen-Galerie, aus Café, Shop und Werk­stätte – in einem reno­vierten Gründer­zeit­haus der Saale-Stadt. Für ihre geschäft­liche Arbeit haben die beiden 2019 den Unter­nehmer­innen­preis des Bundeslandes Sachsen-Anhalt erhalten.

LINKS
Künstler*innen und Designer*innen bei feingemacht:
www.constanzehosp.com
www.thomas-tauber.de
www.judith-runge.de
www.ehrtweibchen.de
www.rehform.com
www.andrea-ackermann.de
www.katja-rub.de
www.rebekkarauschhardtkunst.blogspot.com
www.illustratoren-organisation.de
www.annekaden.com

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Veröffentlichung: 22.11.2021

66 — Boris Kochan
Wir können sehr viel bewegen

Boris Kochan (*1962) gestaltet Unter­nehmen, Organi­satio­nen, Beziehungen und Bezüge – als Unter­nehmer, Designer, Autor und Berater. Nach seiner Layout- und Typo­graphie-Aus­bil­dung im grafischen Kollektiv Sternagel, sammelte er erst in einer Außen­redaktion der Süd­deutschen Zeitung jour­nalis­tische Berufs­er­fahrung, an­schließend tech­nische im Satz­studio Lothar Wolf und – in Litho­graphie – bei der Offset- und Sieb­druckerei Jürgen Höf­lich. 1981 gründete er gemeinsam mit Freunden ein Grafik- und Text­büro, er­weiterte dieses zwei Jahre später um Satz und Litho, 1989 um ZELIG-DRUCK und 1995 um die Inter­active-Unit PEPPERMIND. KOCHAN & PARTNER ist heute mit rund 50 Individua­listen an den Stand­orten München und Berlin als Branding- und Design­agentur eine der 15 größten inhaber­ge­führten CD/CI-Agen­turen in Deutsch­land.

Boris Kochan kuratiert und moderiert Kon­fer­enzen und Podiums­dis­kus­sionen, hält Vorträge in aller Welt und leitet Work­shops zu Marken­ent­wicklung, Kommuni­kation und Design­politik. Als Präsident des inter­natio­nalen Non-Latin-Typo­graphy-Projektes GRANSHAN verant­wortet er jähr­liche Wett­be­werbe und Konfer­enzen, Aus­stellungen und Publi­kationen. Bereits 2011 initiierte er die EDCH (vormals QVED), mittler­weile Europas größte Editorial-Design-Kon­ferenz. Nach sieben Jahren als Erster Vor­sitzender der Typo­graphischen Gesell­schaft München (tgm) wurde er im April 2016 erster Präsident des neu formierten Dach­ver­bandes der deutschen Design­organi­sationen Deutscher Designtag (DT). Diesen vertritt er wiederum als Sprecher der Sektion Design und seit März 2019 als Vize­präsident im Spitzen­ver­band der bundes­deutschen Kunst- und Kultur-, Medien- und Kreativ­verbände, dem Deutschen Kulturrat.

LINKS
Portrait und Website bei kochanpartner
Porträt bei Deutscher Kulturrat
Porträt bei Deutscher Designtag

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Veröffentlichung: 15.11.2021

65 — Paola Antonelli
Über das Lernen von Designausstellungen

Paola Antonelli ist leitende Kuratorin am Museum of Modern Art in New York in der Abteilung für Architektur und Design sowie die Gründungs­direktorin für Forschung und Ent­wicklung des MoMA.

Sie hat dutzende von welt­weit einfluss­reichen Aus­stellungen kuratiert, welt­weit Vor­träge ge­halten und war Mitglied in praktisch jeder rele­vanten inter­nationalen Archi­tektur- und Design­jury. Sie unter­richtete an der Uni­versity of California, Los Angeles, an der Harvard Graduate School of Design und an den MFA-Programmen der School of Visual Arts in New York.

Ihre Ehren­doktor­würden des Royal College of Art und der King­ston University in London, des Art Center College of Design in Pasadena und des Pratt Institute in New York sagen eigent­lich alles. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem „Design Mind“ Smithsonian Institution’s National Design Award aus­ge­zeichnet. 2007 wurde sie vom Time Magazine zu einer der 25 präg­nantesten Design-Visionäre ernannt. Im Jahr 2011 wurde sie in die Art Directors Club Hall of Fame auf­ge­nom­men und 2015 erhielt sie die AIGA-Medaille. Im Jahr 2020 wurde Paola mit der London Design Medal aus­ge­zeichnet, der höchsten Aus­zeich­nung, die einer Person verliehen wird, die sich in der Branche her­vor­getan und beständige Design­kompetenz bewiesen hat.

LINKS
www.moma.org

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Veröffentlichung: 08.11.2021

64 — Shantel
Diversität hörbar machen

Mit seinem Ansatz Kulturen zu ver­mischen wurde Shantel welt­weit das Gesicht eines anderen Deutsch­lands, ist er doch der Erste, der hier der Pop­kultur einen kosmo­politischen Sound ein­impfte. Bei ihm wurde Migration hör- und tanz­bar. Musikalische Prezi­osen aus Süd­ost­europa, dem Nahen Osten oder vom Mittel­meer erscheinen in einem neuen, viel­schichtigen Kontext. Damit wird auch die Kultur, aus der sie ent­stammen, intui­tiv erfahr­bar. Seine Methode ist kultur­elles Mixing und Samp­ling. Bar Lissania und später der Bucovina Club waren raren Momente, bei denen sich unter­schied­liche Szenen und Alters­gruppen trafen. Die Tanzenden verband eines: Sie waren neu­gierig und bereit, sich uner­hörten Klängen voll­ständig hinzu­geben. Shantel war es stets wichtig, neue Ideen, Ver­rücktes, Unbe­kanntes via Musik erfahrbar zu machen: Ideen, Visionen, die aus einer Viel­zahl von Quellen zusammen­kamen – Paris, Thessaloniki, Tel Aviv, Istanbul. Er war als einer der deutschen Pioniere des soge­nannten Free­style-Clubbing bald welt­weit gefragt, spielte an der Seite von MC Solaar, Kruder & Dorf­meister, Gilles Peterson, Massive Attack, Björk und Howie B. Shantel entschied sich, auf eine große Reise in seine eigene Familien­ge­schichte zu gehen, die ihn in die Bucovina, Grenz­land zwischen Ukraine und Rumänien brachte. Dort fand er die Musik, die tief in seiner eigenen DNA schlum­merte und begann mit ihr zu experi­men­tieren, ging mit den Großen des Genre ins Studio, um seine Vision von einem zeit­ge­nössischen pan­euro­päischen Sound zu kreieren.

Musiktitel von Shantel, die Ihr auschnittsweise in dieser Folge hört:
„Disko Partizani“ / „Haaksman“ / „Mahala Rai“ / „Inside“
Copyright by Shantel

LINKS ZU PRESSEARTIKELN
www.spiegel.de: Surfen auf der Balkanwelle
www.deutschlandfunkkultur.de: Wild, hedonistisch und laut
www.wuk.at: Stadt ist ein Gefühl

LINKS ZUR PERSON
www.facebook.com/ShantelBucovinaClub
www.bucovina.de
www.essayrecordings.com

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Veröffentlichung: 01.11.2021

63 — Lena Jüngst
Raus aus der Kreativblase

Das air up-Trinksystem aus BPA-freies Tritan und lebens­mittel­echtes Silikon verleiht Wasser Geschmack, ohne dass irgend­welche Zusätze darin landen. Geschmack wird über die Luft trans­portiert und das sogenannte retro­nasale Riechen im Mund genutzt. Lena Jüngst und Tim Jäger haben den Grund­stein für das inter­national tätige Unter­nehmen 2016 bei ihrem Produkt­design-Studium an der HfG in Schwäbisch Gmünd gelegt; in ihrer Bachelor­arbeit „Neuroscience meets Design“. Tim Jäger bear­beitete die Idee im Rahmen seiner Abschluss­arbeit an der HfG Offen­bach weiter, bevor der Lebens­mittel­technologie-Student Fabian Schlang dazu stieß. Fabian hatte bereits als Koch in einem Sterne­restaurant viel Wissen über Aromen gesam­melt. Diesem un­wahr­schein­lichen Trio gelang es, zusammen mit weiteren Partnern, binnen kürzester Zeit eine Firma auf die Beine zu stellen. Finan­zierungen erfolgten durch das EU-Climate KIC, das Gründer­stipen­dium EXIST, dem Investor Christian Hauth, durch Series A Finan­zierung mit Oysterbay, Five Seasons Ventures, Ippen.Media und PepsiCo. Mittler­weile hat air up über 1 Million Starter-Sets verkauft hat und beschäftigt bald 200 Mitar­beiter­*innen. Im Vergleich mit klassisch aromati­sierten Getränken wurden unter­dessen 85 Millionen PET-Flaschen und 2.465 Tonnen Zucker einge­spart. Unser Gespräch dreht sich darum, wieso dieser un­erwart­bare Sensations­erfolg gerade Designer­*innen mit ihren typischen Designmethoden gelingen konnte.

LINKS
air-up.com

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Veröffentlichung: 25.10.2021

62 — Karin Schmidt-Friderichs
Die Bücher-Macherin

Vom 20. bis 24. Oktober hatte die Frank­furter Buch­messe endlich wieder ihre Tore ge­öffnet. Nach zwei digi­talen Jahren konnten die Besucher­*innen endlich wieder Bücher haut­nah er­fahren. Mitten drin war auch der DDC! Gemein­sam mit der Geschäfts­stelle Kreativ­wirt­schaft Hessen und im Rahmen des Festivals »Arts+«, waren wir am Samstag, dem 23.10. vor Ort.

Zu Gast beim DDCAST hatten wir Karin Schmidt-Friderichs. Gemein­­sam leiten Karin und Bertram Schmidt-Friderichs den führenden Grafik-Verlag im deutsch­sprachigen Raum. Sie sind „Bestand­teil der Szene, mit und für die sie Bücher machen, sie kennen die Themen und ver­stehen den Ver­lag als eine Art Heimat für Designer­*innen mit Qualitäts­an­spruch.“

Karin Schmidt-Friderichs war bis 2016 Vorstands­vor­sitzende der Stiftung Buch­kunst und ist seit März 2018 Mitglied der Deutschen Literatur­konferenz sowie im Sprecher­rat des Deutschen Kultur­rates. 2019 wurde sie zur Vor­steherin des Börsen­vereins des Deutschen Buch­handels gewählt.

Diese Ausgabe gab es live auf der Buchmesse in Frankfurt und auf dem Instagram-Kanal des DDC!

LINKS
www.typografie.de
www.boersenverein.de
www.stiftung-buchkunst.de
www.facebook.com/VerlagHSchmidt
www.instagram.com/verlaghschmidt

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Veröffentlichung: 23.10.2021

61 — Friedrich von Borries
So geht WAS IST GUT

In dieser Folge präsentieren wir euch einen weiteren Live-Mit­schnitt von unserem WAS IST GUT Sym­posium vom 17.9.21 mit Beiträgen der DDC Vorstände Bettina Knoth und Rolf Mehnert über das Konzept des Wett­be­werbs und einem State­ment von Prof. Friedrich von Borries. Wie verändert das, was wir gestalten, die Welt? „Design ist immer politisch, es kann Per­spektiven erweitern und Möglich­keits­räume eröffnen, Design kann aber auch unter­werfen, ein­schränken, beengen. Gutes Design befreit“, sagt der Architekt und Professor für Design­theorie an der Hoch­schule für bildende Künste in Hamburg. Er hat die Schirm—schaft für den Design-Wettbewerb WAS IST GUT des Deutschen Designer Clubs (DDC) über­nommen und bringt die Intention des Wett­bewerbs auf den Punkt.

Partner des Projekts: Die Stadt Frankfurt am Main und die Wirt­schafts­förderung Frankfurt. Das WAS IST GUT Sym­posium und die Gala werden gefördert vom Hessischen Ministerium für Wirt­schaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Unser Media­partner ist das unabhängige Design­magazin form.

LINKS
wasistgut.ddc.de

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Veröffentlichung: 18.10.2021

60 — Constantin Kaloff
Über Werbung und Enteitelung

Constantin Kaloff ist einer der prominen­testen Werber Deutsch­lands, aus­ge­zeich­net mit zahl­reichen begehrten Awards beim ADC, Clio, One Show, D&AD, New York Festivals und den Cannes Lions. Er hat ikonische Kam­pagnen wie die Lenk­rad-Kam­pagne der Bahn oder „Geiz ist geil“ für Saturn kreiert. Ihm ist ge­lungen was viele seiner Kolleg­*innen vergeb­lich anstreben: einige seiner Schöpf­ungen sind Teil der Popkultur geworden. Ob man sie mag oder nicht. Ob man Werbung schätzt oder ob man sie als kapitalis­tische Propa­ganda ver­achtet. Wir erinnern uns an seine Kreationen. Er steht für das, was Wer­bung im positiven Sinne kann: Bilder, Memes und Ideen schaffen, die durch­schlagende, lang anhal­tende Wirkung haben.

Seine Karriere umfasst die Adressen der 1. Agentur-Liga. Er war Creative Director sowohl bei Scholz & Friends als auch bei Springer & Jacoby, bei Jung von Matt ebenso wie bei Philipp und Keuntje oder Aimaq von Loben­stein. Er hatte Funktionen als Geschäfts­führer bei Lowe Deutschland GmbH Hamburg oder Global Chief Creative Officer und Creative Director bei FCB.

Bereits vor 15 Jahren dachte er darüber nach, wie man, jenseits des Agentur­modells, ein stabiles, vertrauensbasiertes Freelancer-Network auf­bauen könnte. Ein Netz­werk, das näher am Kunden ist und zugleich eine befriedigende Zusammen­arbeit für die Kreativen ermög­licht. Vor 5 Jahren hat er diese Idee schließ­lich in die Tat umge­setzt. Die Beschäftigung mit seinem Projekt namens Open ist – heute, da wir um die Neu­auf­stellung der Kreativ­industrie nach Covid-19 ringen – von Bedeutung. Und zwar für alle Agentur­modelle, ob in der Werbung, dem Design oder der Medien­produktion. Es geht um andere Arbeits- und Organisations­formen, um Vertrauen, um faire Vergütung.

LINKS
we-are-open.net

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Veröffentlichung: 11.10.2021

59 — Anne Farken
Eyes on the Future – Feet on the Ground

Anne Farken arbeitet als Sustaina­bility Consult­ant bei Design­works, dem Inno­vations­studio der BMW Group. Seit 2009 ist sie dort für den Aufbau der Nach­haltig­keits­kompe­tenz ver­ant­wort­lich. In dieser Position fungiert sie als Schnitt­stelle zwischen Design und Nach­haltig­keit und er­weitert das kreative Leistungs­port­folio des Design­studios um ganz­heit­liche, inte­grierte, intelli­gente Design­lösungen. Während sie die Themen in der Tiefe durch­dringt, ist es ihr immer ein Anliegen, Wissen zugäng­lich zu machen – Sie sieht sich als prag­matische Visionärin.

Zu den Schwer­punkten ihrer Arbeit gehören die system­ische Inte­gration von Nach­haltig­keit in den kreativen Pro­zess sowie die Beratung in Projekten für den Mutter­kon­zern BMW Group; aber auch inter­natio­nale Kunden aus einem breiten Branchen­spektrum. Anne ist eng mit der aka­demischen Welt ver­netzt und kon­zen­triert sich auf den Auf­bau zukunfts­orien­tierter, stra­tegischer Partner­schaften im Bereich der Nachhaltigkeit.

Seit 2011 ist sie Mit­glied der Beratungs­kommis­sion für den „Bundes­preis Eco­design“, dem ersten Design­preis für nach­haltige Produkt­ent­wicklung der Bundes­regierung. Design­works – a BMW Group Company – ist sowohl das Inno­vations­studio der BMW Group als auch eine globale Kreativ­beratung in den Studios in Los Angeles, München und Shanghai.

LINKS
www.bmwgroupdesignworks.com

BUCHTIPPS
Kate Raworth, Doughnut Economics: Seven Ways to Think Like a 21st-Century Economist
Daniel Wahl, Designing Regenerative Cultures
Giles Hutchins & Laura Storm, Regenerative Leadership: The DNA of life-affirming 21st century

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Veröffentlichung: 04.10.2021