REVIEW DDC AWARD 2025 WAS IST GUT

Der Deutsche Design Club hat den DDC AWARD 2025 WAS IST GUT feierlich am 14. November 2025 im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden verliehen und setzt damit auf die transformative Kraft von Design. Über 330 Gäste erlebten ein inspirierendes Symposium und die Ehrung wegweisender Projekte, die zeigen, wie Designer*innen Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten können.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Kann das funktionieren? Die Wirkung von Design bewerten und Design anhand der Kriterien der Permakultur diskutieren? Einmal mehr leistet der Deutsche Design Club inter- und transdisziplinäre Pionierarbeit: Mit seinem Wettbewerb DDC AWARD 2025 WAS IST GUT regte der DDC an, über den Wert von Design nachzudenken und die transformative Kraft von Design in den Fokus zu stellen.

Ein Experiment, das zum Diskurs ermutigt und Reibung erzeugt: Mit über 330 DDC Mitgliedern und Gästen bei der Preisverleihung mit Symposium und Netzwerktreffen am 14. November 2025 im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden, lieferte der DDC inspirierende Impulse und eine spannende Auseinandersetzung. Der DDC Vorstand versteht die Ausrichtung des DDC AWARD 2025 WAS IST GUT als Auftakt für ein Designverständnis, das neben den formalen Aspekten von Design auch auf die Folgen und den Impact schaut. Die Prinzipien der Permakultur mit den Grundsätzen „Earth Care“, „People Care“ und „Fair Share“ sind darin nicht nur Beiwerk, sondern zentrale Bausteine. Übertragen auf Design ermöglichen sie uns, die Bewertung zu erweitern – um Kriterien wie Ressourcenorientierung, gesellschaftlichen Beitrag, Modularität und langfristige Skalierbarkeit.

 

Das ist gut: Gewinner*innen des DDC AWARD 2025 WAS IST GUT bei der Preisverleihung in Wiesbaden. Bild © Jan Nelis Zomerdijk

Design trägt Verantwortung

Dr. Amyn Vogel (Projektleiter Impact Measurement und Valuation Lab, LMU München), einer der Impact-Beiräte, drückt es in seinem Vortrag so aus: „Wirkung entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis von Haltung, von Verantwortung und von Mut. Diese Wirkung zu beurteilen und zu messen, ist ein sozialer Prozess. Der DDC hat einen wichtigen und mutigen Schritt getan. Einen Schritt, der nicht überall sofort auf Zustimmung stoßen wird – aber der langfristig unerlässlich ist. Denn Design trägt Verantwortung. Design schafft Möglichkeitsräume. Und Design kann die Zukunft mitgestalten, wenn wir Wirkung zum Maßstab machen.“

Symposium und Netzwerktreffen

Der Tag startete mit Führungen durch das Museum Reinhard Ernst. Nach einem Grußwort des Museumsdirektors Dr. Oliver Kornhoff waren die Teilnehmer*innen noch mehr inspiriert von diesem Ort, der so viel an Raumerlebnis transportiert und Projektionsfläche bietet. Thilo von Debschitz (Q Kreativgesellschaft) zeigte die realisierte Arbeit zum Erscheinungsbild des Museums. Nach diesen Impulsen zum Ortsbezug erlebte man im Vortrag von Carsten Waldeck über sein Unternehmen Shift, wie wirkungsorientiertes Unternehmertum aussehen kann. Dr. Amyn Vogel ergänzte im Anschluss aus der Forschungsperspektive das Verständnis von Impact Entrepreneurship.

Dara Sepehri und Prof. Bettina Otto (beide DDC Vorstand) führten durch den Abend. Bild © Jan Nelis Zomerdijk

Eine globale Sicht präsentierte Dr. Ingrid Hamm mit ihrer Arbeit für Global Perspectives, die zeigt, warum wir den Blick in den sogenannten Globalen Süden richten sollten und im internationalen Dialog vor allem zuhören müssen, um den Kontext zu verstehen. Am Nachmittag diskutierten bei netzwerkorientierten Panels DDC Mitglieder und Gäste Perspektiven und Chancen der Designberufe. Beim Panel „Old Talents meets Young Talents“ sprachen Olaf Barski (Barski Design, DDC), Christoph Alker (Atelier Markgraph, DDC), Laurin Emmerich (Student an der Hochschule Darmstadt, GOLD in der Kategorie Produkt) und Marlene Bruch (ehemalige Studentin HfG Offenbach, PIZZcycle), mitkonzipiert von Barbara Glasner (DDC Beirätin) und moderiert von Kerstin Amend (DDC Beirätin). Beim Panel „Zukunft gestalten – Designwirtschaft als Schlüsselsektor in der Transformation von Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensräumen“ kamen Susanne Stöck (Hessen Agentur), Christine Fehrenbach (Hessen Design), Fabrice Pöhlmann (Hello Design) und Prof. Jörg Waldschütz (Hochschule RheinMain) zu Wort, konzipiert und moderiert von Claudia S. Friedrich (DDC) und Svenja Bickert-Appleby (DDC Beirätin).

Demokratischer Diskurs mit Impact-Jury

Parallel zu den Panels tagte die Impact-Jury bestehend aus Prof. Daniela Hensel, Karianne Fogelberg, Dr. Ingrid Hamm, Dr. Amyn Vogel, Carsten Waldeck und den Gestalter*innen der aus der Fachjury empfohlenen Projekte. Jede*r durfte sein/ihr Projekt vor allen Anwesenden kurz präsentieren. Im Anschluss wurde diskutiert und gemeinsam abgestimmt, wer den Grand Prix gewinnt.

Die Impact-Jury diskutiert über die Arbeiten für den GRAND PRIX. Bilder © Jan Nelis Zomerdijk

Preisverleihung des DDC AWARD 2025 WAS IST GUT

Abends war es dann so weit: Die Gala mit Preisverleihung des DDC AWARD 2025 WAS IST GUT startete im vollbesetzten Auditorium des Museum Reinhard Ernst. Die bestplatzierten Preisträger*innen wurden auf der Bühne geehrt und mit einer Laudatio bedacht. Nach einem Grußwort von Rolf Krämer, Referatsleiter des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, kamen bei kräftigem Applaus alle Studierenden auf die Bühne: 11 Gold Preisträger*innen mit faszinierenden Ansätzen in allen Kategorien, die in ihren Projekten wirkungsorientiertes Design sichtbar machen.

 

Die GOLD-Preisträger*innen der Talents, die auf der Bühne geehrt wurden:


Kategorie „Identität & Branding“:

  • Gutty – Branding eines Fast-Food-Anbieters von Joshua Fritsch / Technische Hochschule Augsburg

Kategorie „Produkt“:

  • numa – Neurotechnologisches Wearable-System von Laurin Emmerich / Hochschule Darmstadt
  • sera – Intelligente Blutgasanalyse von Florian Meyer / Hochschule Darmstadt

Kategorie „Architektur & Raum“:

  • Ankommen? Migration, Glaube, Identität – von Studierenden der HTWG Konstanz / Architektur und Kommunikationsdesign, Uni Konstanz / Informatik und Geschichte, HfM Trossingen / Musikdesign
  • Betreute Taubenschläge für München von Lukas Schreiber / Akademie der Bildenden Künste München

Kategorie „Digital“:

  • Priele – sein und werden von Thiemo Frömberg / Muthesius Kunsthochschule Kiel (GRAND PRIX)

Kategorie „Crossmedia“:

  • Musterlösung – Malte Bruer, Jette Bödige, Milea Gubo, Fynn Piepenschneider und Johanna Sparber / Duale-Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg
  • Ask who made it von Amal Hamed / Hochschule Rhein-Waal
  • Rosafant – Lust das Fragen neu zu lernen von Linda Eisenhardt / Hochschule Pforzheim

Kategorie „Kommunikation“:

  • Rettungsplakate – Typografie für Verbindung in der Spendenkommunikation von Linus Knappe / Hochschule Düsseldorf, Peter Behrens School of Arts

Kategorie „Editorial & Text“:

  • Erinnern. Eine Dokumentation rechten Terrors in Nürnberg von Philipp Förster / Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Kategorie „System Design“:

  • Water from Air – Konzept zur neuartigen Gewinnung von Wasser aus der Luft von Louisa Graupe und Julika Schwarz / Fachhochschule Münster
  • Ultraview – Ultraschallpflaster für kontinuierliche medizinische Überwachung von Tim Henrik Seib / Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd (GRAND PRIX)

 

Die GOLD- und SILBER-Preisträger*innen der Professionals, die auf der Bühne geehrt wurden:


Kategorie „Identität & Branding“:

  • Theater Magdeburg Spielzeit 2025/26 von Neue Gestaltung (SILBER)
  • Volkstheater Wien von Karl Anders (SILBER)
  • WAM – Wiener Aktionismus Museum von Studio Franz (SILBER)

Kategorie „Produkt“:

  • Drainlift MINI – Die nutzungsfreundlichste und nachhaltigste Abwasserhebeanlage der Welt für WILO SE von unyt.berlin (SILBER)

Kategorie „Architektur & Raum“:

  • Bike Parking von Kinzo Architekten (SILBER)
  • Bürgerzentrum Alte Feuerwache von Bachmann Badie Architekten (SILBER)

Kategorie „Digital“:

  • Curt Bloch und sein Unterwasser-Kabarett von Q Kreativgesellschaft (GOLD / GRAND PRIX)

Kategorie „Crossmedia“:

  • The Revived von der Peter Schmidt Group (GOLD)

Kategorie „Bild & Bewegtbild“:

  • Erased Caucasus von Lars Langemeier (SILBER)

Kategorie „Kommunikation“:

  • FC St. Pauli – die erste Schrift mit Haltung von Karl Anders (GOLD)
  • Koalitionsvertrag als Magazin von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim, Fakultät Gestaltung (GOLD)

Kategorie „Service Design“:

  • freii – Für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien von Studio Peter Post × Petra Esveld mit Zentrum für Suchtprävention Villa Schöpflin (SILBER)

 

Alle Gewinner-Projekte und Auszeichnungen auf einen Blick: www.ddc.de/award2025

After Hour beim DDC AWARD 2025 WAS IST GUT. Bilder © Jan Nelis Zomerdijk

DDC Ehrenmitglied Prof. Birgit Mager

Nach der Ernennung des neuen DDC Ehrenmitglieds Prof. Birgit Mager – traditionell im Rahmen der AWARD-Zeremonie – wurde ein Grußwort der Ernannten vorgelesen, da Mager nicht persönlich anwesend sein konnte. DDC Beirätin Svenja Bickert-Appleby hielt eine Laudatio auf das neue DDC Ehrenmitglied.

Im Anschluss an die Gala wurde die Ausstellung der ausgezeichneten und Gewinner-Projekte im Museumfoyer eröffnet. Mit sehr guter Kulinarik und einem DJ fand der Abend einen schönen Ausklang.

Wir danken allen Förderern und Medienpartnern sowie den Jurorinnen und Juroren, die diesen zukunftsorientierten Schritt mit uns gegangen sind. Jeder Weg beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt und wir freuen uns auf den weiteren Prozess und alle Wegbegleiter*innen, die uns inspirieren, herausfordern und begeistern werden.