REVIEW

Am 20. März 2026 kamen 66 DDCler*innen zur Mitgliederversammlung „Extended Version“ im 2og:dondorf in Frankfurt am Main zusammen.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Mitgliederversammlungen folgen in der Regel einem klaren Programm mit verpflichtenden Tagesordnungspunkten und strukturierten Abläufen. Nicht selten gibt es auch Momente, in denen nach der Anreise und den ersten Begrüßungen die Aufmerksamkeit etwas nachlässt. Bei der DDC Mitgliederversammlung am 20. März 2026 war das jedoch ganz anders.

66 Mitglieder aus allen deutschen Design-Metropolen kamen im 2og:dondorf der Dondorf-Druckerei in Frankfurt am Main zusammen. Es wurde sich herzlich begrüßt, umarmt und ausgetauscht. Von Beginn an war eine besondere Atmosphäre spürbar, etwas, das viele Mitglieder auch selbst so beschrieben: ein geschützter, kollegialer, beinahe freundschaftlicher Raum.

Dara Sepehri, Prof. Bettina Otto (DDC Vorstand) und Barbara Glasner (DDC Beirat), Bild © Sigrid Ortwein

In dieser „Extended Version“ der Mitgliederversammlung war es dem Organisationsteam, vor allem unserem Beirat mit Kerstin Amend, Svenja Bickert-Appleby, Barbara Glasner und Emelie Grimm, ein großes Anliegen, das Vereinsleben aktiv zu bereichern. Gemeinschaft sollte gestärkt, Barrieren zwischen den Mitgliedern abgebaut und zugleich inhaltlich inspirierende Impulse gesetzt werden, die die Anreise zusätzlich lohnenswert machen.

Service Design-Workshop vom neuen DDC Ehrenmitglied Prof. Birgit Mager, Bild © Sigrid Ortwein

Nach einem ersten Get-together ging es direkt weiter. Zwei Gruppen formierten sich neugierig auf das, was kommen würde. Die eine nahm an einer Führung durch die Schirn Kunsthalle, die eine temporäre Präsenz in der Dondorf-Druckerei hat, und den umliegenden Kulturcampus der ehemaligen Goethe-Universität Frankfurt teil. Die andere Gruppe erhielt gemeinsam mit dem neuen DDC Ehrenmitglied Prof. Birgit Mager spannende Einblicke in Service Design und insbesondere darin, wie Gestalter*innen dieses auch in ihrer eigenen Kundenansprache nutzen können.

Als Workshop und Führungen endeten und alle wieder zusammenkamen, wurde schnell deutlich, wie bereichernd die einzelnen Programmpunkte gewesen waren. Begeisterung für den Service Design-Workshop wurde ebenso geteilt wie die Faszination für den besonderen Ort, an dem wir uns befanden.

Rundgang über das ehemalige Campusgelände der Goethe-Universität Frankfurt und die Dondorf-Druckerei, Bild © Ines Blume

Nach einer kurzen Stärkung, mit Snacks, die ganz im Sinne eines lebendigen Vereins auch von Mitgliedern beigesteuert wurden, ging es inhaltlich weiter. Barbara Glasner gab in ihrem Vortrag Einblicke in die Geschichte des Ortes und zeigte eindrucksvoll, wie komplex Stadtentwicklung ist und welchen positiven Einfluss zivilgesellschaftliches Engagement auf den Erhalt von Gebäuden und das Stadtbild haben kann.

Im Anschluss eröffneten die Vorstandssprecher*innen Dara Sepehri und Prof. Bettina Otto den offiziellen Teil der Versammlung, stellten die Beschlussfähigkeit fest und leiteten den Rückblick ein. Die letzte Ausgabe des DDC AWARD 2025 WAS IST GUT wurde vorgestellt. Trotz umfangreicher Neuerungen im Bewertungssystem sind die Einreichungszahlen erneut gestiegen. Das ist ein Erfolg, der sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich für den Verein spricht.

Rückblick des Vorstandes auf den DDC AWARD 2025 und Ausblick auf die Publikation, Bild © Sigrid Ortwein

Sophie Dobrigkeit und Judith Augustin berichteten über den DDC Women’s Table. Mit neuen Organisatorinnen, steigenden Teilnehmerzahlen und wachsender Sichtbarkeit hat sich das Format von einer kleinen Initiative zu einem der zentralen Projekte des DDC entwickelt. Ein Wunsch bleibt, nämlich noch mehr Beteiligung von männlich gelesenen Mitgliedern. Georg-Christoph Bertsch gab Einblicke in den DDCAST, den er seit sechs Jahren gemeinsam mit Rainer Gehrisch gestaltet. Auch hier wurde erneut dazu aufgerufen, sich als Mitglied aktiv einzubringen, sei es mit Themen oder Personenvorschlägen. Das war ein schöner, gelebter demokratischer Moment. Wolf Wagner stellte das Urban Now Lab vor, eines der zentralen DDC Projekte im Kontext der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Annette Bertsch, Sophie Dobrigkeit und Susanne Wacker gaben zudem einen Ausblick auf den Learn & Burn – Day of Female Networking, ein weiteres DDC @ WDC Highlight.

Besonders deutlich wurde auch die zunehmende Dezentralisierung des DDC. Das zeigte sich nicht nur in der Teilnehmerstruktur vor Ort, sondern auch in den Berichten der DDC Salon-Initiatorinnen und Initiatoren, die von gut besuchten, inhaltlich starken und zugleich familiären Veranstaltungen erzählten. All diese Projekte zeigen eindrucksvoll, wie sehr der DDC vom Engagement seiner Mitglieder lebt. Sie sind zu echten Aushängeschildern des Vereins geworden. Dafür ein großer Dank und viel Erfolg für alles, was kommt.

Gemeinsame Stärkung mit exzellentem afghanischen Essen und angeregte Diskussionen unter den Mitgliedern, Bild © Sigrid Ortwein

Auch neue Mitglieder durften wir begrüßen und gemeinsam mit großem Applaus willkommen heißen. Um ihnen den Einstieg zu erleichtern und den Austausch im Verein weiter zu stärken, wurde ein Stimmungsbild zu einem neuen Kommunikationskanal eingeholt. Das Ergebnis war klar positiv und fließt nun in die weitere Planung ein.

Nach einem ebenfalls sehr positiven Kassenbericht folgten weitere Aufrufe zur aktiven Beteiligung, unter anderem an einem geplanten Merchandise-Projekt. Zudem gab es einen Ausblick auf das kommende Superwahljahr des DDC mit Beirats- und Vorstandswahlen sowie auf die zahlreichen Aktivitäten rund um die World Design Capital in Frankfurt am Main.

Nina Neusitzer und Beate Steil vom DDC Salon NRW gemeinsam mit dem langjärhigen Mitglied Sigrid Ortwein und Judith Augustin von den DDC Women’s Tables, Bild © Sigrid Ortwein

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Get-together. Afghanische Spezialitäten unseres Caterers Fasan, gute Gespräche bei einem Glas Wein, das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern und das Kennenlernen neuer Mitglieder prägten den Abend. Es wurde gelacht, diskutiert und gemeinsam überlegt, wohin sich der DDC und seine Projekte weiterentwickeln sollen.

Vielen Dank an alle, die organisatorisch und inhaltlich zu diesem besonderen Abend beigetragen haben, an alle Mitglieder, die dabei waren, und an das Team des 2og:dondorf für die herzliche Gastfreundschaft.