NACHRUF

Veröffentlicht am 23.09.2026

Ina von Rumohr hat über zehn Jahre hinweg die Entwicklung der Diskussion und Praxis des Gender Designs geprägt. Das von ihr mitentwickelte internationale Gender Design Network (iGDN) hat sie maßgeblich gestaltet. 2017 gehörte sie zu dem Team, das den iphiGenia Gender Design Award ins Leben rief – den ersten internationalen Designpreis für gendersensibles Design. Seitdem war sie mehrfach als Jurymitglied und Koordinatorin tätig.

Sie war eine wichtige Stimme für gendersensibles Design. Ihren präzisen Blick richtete sie dabei besonders auf die Designpraxis und die Förderung junger Talente. Ihre klare Stimme nutzte sie, um junge Talente zu motivieren und kritisches wie selbstbewusstes Gestalten für Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Hier überschnitten sich ihre Tätigkeitsfelder mit den Learn & Burn-Aktivitäten der Women of DDC, die sich in 2026 der Verbesserung der Situation von Flintas in der Kreativbranche widmeten. 

Ina Franziska von Rumohr ist am 31. August 2026 verstorben. Bild © privat

Von 2023 bis 2025 gehörte sie dem Vorstand des iGDN an und baute dort die Verbindung zum lateinamerikanischen Netzwerk ReLADyG auf. Netzwerke zu knüpfen und nachhaltige Kontakte zu pflegen, war ihre große Stärke. Unter anderem war sie Ansprechpartnerin für alle Mitglieder und vertrat das iGDN im Vorstand des Deutschen Designtags.

Früh im Jahr 2026 trafen die Unterzeichner*innen sich in Düsseldorf, um die Beteiligung des iGDN am WDC-Campus der World Design Capital Frankfurt RheinMain zu besprechen. Mit ansteckendem Enthusiasmus und einer klaren Vision konzipierte und koordinierte Ina die große iGDN-Veranstaltung „Falling in Love with All Genders“ im Rahmen des WDC-Campus. Aufgrund ihrer schweren Erkrankung konnte sie bereits am Learn-&-Burn Lab for Female Networking am 22. Mai 2026 nicht teilnehmen und auch nicht an „ihrem“ Falling in Love with All Genders vom 9. bis 11. Juni 2026.

Inas Fokus und Anliegen war der Transfer gendersensibler Methoden und Erkenntnisse in die Designbranche und ihre praktische Anwendung. Zugleich sah sie im Design eine gesellschaftliche und transformative Kraft. Unbeirrbar verfolgte sie die große Frage: Wie können wir eine gerechtere Welt für alle Geschlechter gestalten?

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie. Wir danken ihr und vermissen sie. 

Claude Herling
Prof. Tanja Godlewsky
Dr. Julia Pierzina für das iGDN 
Prof. Annette Bertsch für die Women of DDC 
sowie Georg-Christof Bertsch für den DDCAST

In tiefer Trauer
Deutscher Design Club, vertreten durch den DDC Vorstand
Prof. Bettina Otto
Thomas Jäger
Michael Menge
Dara Sepehri
Susanne Wacker
Wolf Wagner