Umsetzung

Das Zentrum für bewegte Kunst in Berlin bietet Menschen mit Trisomie 21 ein öffentliches Zuhause und einen sicheren Raum zur persönlichen und künstlerischen Entfaltung. Als inklusive Gemeinschaft fördern sie das freie und selbstbestimmte Handeln sowie die Emanzipation der ArtistInnen in ihren individuellen geistigen und körperlichen Fähigkeiten.

An die Mission: eine freie und aktive Teilhabe zu ermöglichen, setzen wir unseren Anspruch für das Redesign und Designprozess an. Dabei war es unser Ziel, den Bedürfnissen der ArtistInnen nach Zugänglichkeit, Verständlichkeit und Sichtbarkeit gerecht zu werden.

Das 25-jährige Bestehen des inklusiven Zirkus des Vereins wurde zum Anlass genommen, das inklusive Erlebnis auch auf die Außendarstellung und Kommunikationsebenen zu übertragen. Ein zentrales Element zur Stärkung der Außendarstellung war eine leicht verständliche Markenarchitektur. Dabei stehen der Verein als Dach aller Aktivitäten und der Zirkus als inklusives Bühnenensemble in enger Verbindung zueinander, behalten jedoch ihre individuellen Aufgaben und Charakter. Eine entwickelte Rasterform wurde als Basis eines modularen Systems verwendet, aus dem beide Bildmarken abgeleitet werden konnten. Die Verschmelzung einzelner Teile des Rasters dient dem Vokabular der Formensprache für Bilder und Grafiken.

In einem offenen Austausch mit den Künstlerinnen mit Trisomie 21 haben wir wichtige Hinweise über individuelle Wahrnehmungsfähigkeiten und Verarbeitung gelernt und im Design zum Schwerpunkt gemacht. Aus den Erfahrungswerten des Vereins sowie Umfrageergebnissen wissen wir, dass wir mit eindeutigen Inhalten und deren klarer Reihenfolge die Fähigkeit zur Unterscheidung von Elementen und die Aufmerksamkeit fördern können.

Aufgrund eines längeren Emotionsempfindens leiten wir ab, dass wir Informationen vorrangig über Bilder, Farbe und Formen vermitteln möchten und damit stärker über die Gefühlsebene kommunizieren und orientieren wollen. Um das Leseverständnis zu verbessern, formulieren wir Inhalte in klarer Sprache. Zur visuellen Unterstützung haben wir eine barrierefreie Schrift gewählt, die die Lesekompetenz verbessert und kognitives Rauschen verhindert.

Wir setzen all unsere gestalterischen Schwerpunkte konsequent in einem fortlaufenden Prozess auf verschiedenen Kommunikationsmedien um. Bei der Gestaltung unserer Webseite haben wir Partner hinzugezogen, die sich an barrierefreien WCAG-Standards orientieren und alternative Zugänge wie Readspeaker ermöglichen.

Einreicherin
Luise Gnizak

Designerin
Luise Gnizak

Website
zbk-berlin.de

Kategorie
Kommunikation

Auszeichnung
Ausgezeichnet

Auftraggeber*innen
Zentrum für bewegte Kunst e.V.
Michael Pigl
Felix Häckell
Anja Rosenkranz
Tom Müller-Heuser 

Fotografen
Sandra Schuck & Jörg Metzner

Programmierung
WeDo
Elisabeth Slafzinski
Christoph Franz
Eleonore Naumann